Repost: Im Gespräch mit Finanzminister Danyal Bayaz (BaWü)
Shownotes
Ich war zu Gast bei Cäshflow, einem Podcast über Geld und Politik, und habe mich mit dem Finanzminister Danyal Bayaz (BaWü) über das Thema „Warum legen Frauen erfolgreicher an?“ ausgetauscht.
Studien zeigen eindeutig: Frauen erzielen bei Geldanlagen oft bessere Ergebnisse als Männer – obwohl sie insgesamt seltener am Kapitalmarkt investieren. Warum ist das so? Weshalb ist Geldanlage dennoch nach wie vor männlich dominiert? Und was braucht es, damit sich das ändert?
Wir sprechen über Finanzen, Gleichstellung und darüber, warum Finanzkompetenz für Alle so wichtig ist.
Wir wünschen Dir viel Spaß beim Reinhören!
Hast Du Fragen oder möchtest gerne mit uns in Kontakt treten? Dann schreibe uns eine E-Mail an: info@degefin.de
Herzlich willkommen zu "Finanziell glücklich", dem Podcast für unabhängige Finanzbildung.
Finanzbildung ist so wichtig wie nie zuvor! So wichtig wie Lesen und Schreiben. Unser Host ist Prof. Dr. Katrin Löhr, Professorin für Finanzwirtschaft und Vorstand der „Deutsche Gesellschaft für Finanzkompetenz DeGefin“. Die Vision von DeGeFin ist „Finanziell glücklich. Jede*r. Jederzeit.“ Das finanzielle Glück ist oftmals eng verknüpft mit Finanzbildung. Daher ist die Mission von DeGeFin „Finanzbildung für alle“.
Was Dich bei „Finanziell glücklich“ erwartet:
Unabhängige Finanzbildung – wir vertreiben keinerlei Finanzprodukte. Bei uns stehen das Wissen und die praktische Anwendung im Vordergrund und das Ganze aus der Praxis für die Praxis. Wir möchten Dich in die Lage versetzen, selbst finanzschlau zu werden oder Dich dabei unterstützen, andere finanzschlau zu machen.
Du bekommst Impulse zu Themen wie Geldanlage, Money Mindset, Absicherung, Umgang mit Risiko, Altersvorsorge, Finanzbildung als innovatives Mitarbeiterbindungstool, Finanzbildung in Deutschland,… Gerne laden wir auch immer wieder interessante Gäste für Dich ein. Die nächste Podcastfolge erhältst Du nach unserer Sommerpause am 28.08.2026.
Weitere Informationen gibt es auch hier:
Für Unternehmen / Arbeitgeber, die ihren Beschäftigten Zugang zu unabhängiger Finanzbildung geben möchten: https://finwellbeing.degefin.de/fwb
Für Frauen, die auch in Sachen Finanzen erfolgreich werden oder bleiben wollen: https://financialwellness.finanzfreundin.de/lp
Für unsere jungen Wilden gibt es FunnyMoney: https://funnymoney.de
Viel Spaß auf Deinem Weg zum finanziellen Glück!
Transkript anzeigen
00:00:02: Herzlich Willkommen zu Finanziell Glücklich, dem Podcast für unabhängige Finanzbildung.
00:00:08: Mein Name ist Katrin Löhrer ich bin Professorin für Finanzwirtschaft und ich liebe es Menschen finanziell glücklich zu machen.
00:00:16: Finanzminister Daniel Bayers aus Baden-Württemberg hat mich in seinen Podcast Cashflow eingeladen und wir hatten ein sehr ehrliches Gespräch über Finanzen Gleichstellung Darüber, warum Finanzkompetenz für alle wichtig ist und warum Frauen oftmals bei Geldanlagen bessere Ergebnisse erzielen als Männer.
00:00:40: Viel Spaß dabei!
00:00:43: Angela Merkel hat mal über gute Finanzpolitik gesagt dass die schwäbische Hausfrau als Vorbild taugt als Vorbild für kluge Finanzpolitik.
00:00:56: Und daran musste ich neulich mal denken, als ich die Meldung gelesen habe, wonach im vergangenen Jahr siebenundsiebzig Prozent der neu eingestellten Finanzvorstände alle Männer waren.
00:01:08: Finanzen Geld steuern Finanzpolitik das scheint ja immer noch eine starke männlich geprägte Domäne zu sein.
00:01:15: und warum das so ist.
00:01:17: Und vor allem auch, wie sich das ändern lässt.
00:01:19: Darüber möchte ich heute sprechen mit meinem Gast.
00:01:21: Sie sind Professorin für Finanzwirtschaft sie ist Gründerin der Gesellschaft für Finanzkompetenz und sie setzt sich seit Jahren Für ein sehr wichtiges Thema also auch mir persönlich wichtiges thema ein limit die finanzbildung.
00:01:34: herzlich willkommen Katrin Löhrer
00:01:37: Klasse!
00:01:37: Ich freue mich hier zu sein.
00:01:38: Frau
00:01:38: Prof.
00:01:39: Löhhr Können Sie eigentlich was mit dem Bild der schwäbischen Hausfrau anfangen?
00:01:43: Wir haben ja eben im Vorgespräch ein bisschen geredet.
00:01:45: Sie sagten, sie stammen eigentlich aus Südbaden.
00:01:48: Da ist die Schwäbische Hausfraue ja schon unter dem regionalen Aspekt irgendwie weit weg.
00:01:52: aber haben Sie einen persönlichen Zugang zu dem Begriff?
00:01:55: Ja auf jeden Fall denn aufgewachsen bin ich in Südbaden geboren bin ich ins Schwaben in Tübingen Und von daher wurde da schon seit Kindesbein an immer ein bisschen mitgefrotzelt.
00:02:10: Da kann ich sehr gut was mit anfangen und seine Finanzen im Griff zu haben, bewusste Entscheidungen zutreffen – das kann man ja auch mit der Schwäbischen Hausfrau verbinden.
00:02:21: Das ist eine gute Basis.
00:02:23: Heutzutage brauchen wir noch ein bisschen eine Schippe obendrauf.
00:02:28: Aber als Basis ist es ein guter Start!
00:02:31: Wir könnten jetzt viel an dieser Metapher uns damit auseinandersetzen, zum Beispiel warum eigentlich das nicht ein Hausmann ist und warum es immer eine Hausfrau sein soll.
00:02:40: Ich finde aber noch einen ganz anderen Aspekt auch nochmal in dem Kontext wichtig weil das natürlich ja vor allem von der damaligen Bundeskanzlerin als Vorbild für die staatliche Finanzpolitik gedacht war und natürlich funktionierten Staat ganz anders als ein Privathaushalt.
00:02:54: Und deswegen kann ich jetzt persönlich der Schwäbischen oder gerne auch der badischen Unternehmerin eigentlich mehr abgewinnen, der auch mal zur Bank geht, einen Kredit aufnimmt und in Zukunft investiert.
00:03:04: In Zukunftsinvestitionen sei es in die Infrastruktur oder neue Technologien.
00:03:09: aber das ist eine andere Debatte.
00:03:10: Die wird ja gerade auch unter dem Stichwort Sondervermögen und Veränderung auch der Schuldenbremse diskutieren.
00:03:17: Aber Zu unserem heutigen Thema, direkt kommen Frau Löhren möchte Sie mal ganz persönlich fragen.
00:03:23: Warum interessieren sie sich eigentlich für Finanzen und wann?
00:03:26: in Ihrer Laufbahn ist da irgendwann auch Interesse geweckt worden?
00:03:31: Ja also zum einen fand ich das Thema Geld immer schon spannend weil das für mich auch die Verbindung war zu Freiheit und Unabhängigkeit.
00:03:41: Also Geld war für mich irgendwie auch die Übersetzung zu anderen Themen Und da würde ich auch jede und jeden immer einladen, nicht beim Schlöten Geld aufzuhören.
00:03:52: Sondern zu gucken was kann man damit bewegen?
00:03:55: Welche eigenen Werte kann man dann mit auch leben?
00:03:59: Aber so richtig auf das Thema Finanzbildung bin ich gekommen als ich an die Hochschule gekommen bin.
00:04:06: Ich war vorher in der zuerst in der Beratung und dann in der Industrie im Finanzbereich tätig.
00:04:12: Und bin dann an die Hochschule gekommen, hatte mich darauf gefreut mit den BWL-Studies über Finanzen zu sprechen und auch über ihre privaten Financen.
00:04:21: Dann musste ich erfahren – heute weiß ich das meine Vorstellung damals eher naiv war -, aber ich musste erfahren dass sich BWF Studierende nicht besonders gut mit ihren eigenen Finansten auskennen und es auch nicht unbedingt Teil des Studiums ist.
00:04:37: davon abhängt, wer die Dozentinnen und Dozenten sind.
00:04:40: Ob sie das mit einbringen?
00:04:42: Die kannten sich hervorragend aus wie man wieder an Unternehmensbilanzen analysiert und ganz viele andere tolle Dinge aus dem Unternehemsumfeld.
00:04:51: aber jetzt mal die eigenen Finanzen wirklich in die Hand zu nehmen und aktiv zu gestalten.
00:04:59: Das war da nicht.
00:05:00: Und so bin ich auf das Thema gekommen weil dann habe ich gedacht der Moment Mal wenn sich BWL Studis da schon irgendwie mit auskennen und keinen Draht zu haben.
00:05:08: Was ist denn mit anderen Studierenden?
00:05:10: Was ist mit Azubis, was ist mit überhaupt den Menschen die es nicht von zu Hause mitbekommen haben oder von anderen Bezugspersonen?
00:05:20: Und da muss ich sozusagen dann erfahren dass es wirklich Zufall ist ob jemand in Deutschland finanzielle Bildung wird bekommt oder nicht.
00:05:31: und so ist das alles entstanden.
00:05:33: Daraufhin habe ich dann Hochschulwettbewerb ins Leben gerufen und Studierende haben.
00:05:39: Ja, unterhaltsam und inspirierende Konzepte entworfen wie man finanzielle Bildung auf wissenschaftlichen Grundlagen jungen Menschen mitgeben kann.
00:05:48: Und dabei ist Funny Money entstanden.
00:05:50: also das war im Grunde so der Staat wie ich in das ganze Thema finanziell Bildung reingekommen bin nachdem ich vorher natürlich schon im Finanzbereich auch aktiv war aber dass es ja dann nochmal eine andere Einsicht gewesen für mich.
00:06:05: Unheimlich spannend was Sie sagen Ihnen sehr schnell bewusst wurde ein Gap gibt zwischen denjenigen, die in der Theorie sich damit auseinandersetzen und Renditen ausrechnen können.
00:06:15: Und alles Mögliche machen können aber im Zweifelsfall das hart erarbeitete Geld als Student als Studentin dann ich sage es mal so salopp vielleicht auf dem Tagesgeldkonto wenn überhaupt verkümmern lassen und dass sie das stutzig gemacht hat, der Sache auf den Grund gehen wollten.
00:06:31: Darüber sprechen wir auch.
00:06:32: Lassen Sie uns vor ein paar Begrifflichkeiten mal klären!
00:06:35: Ich habe jetzt bei Ihnen die zwei Worte gehört Finanzbildung, Finanzkompetenz.
00:06:40: was verstehen Sie eigentlich darunter?
00:06:43: Das ist eine gute Frage weil es wird oftmals als Synonym begriffen und es gibt auch gar nicht die eine Definition, also es gibt verschiedene Definition in der Wissenschaft.
00:06:55: Ich würde mal so... Wir brauchen finanzielle Bildung.
00:07:01: Das ist im Grunde ein Prozess, um Finanzkompetenz zu bekommen und Finanzkompatenz da gehört dann nicht nur Wissen dazu sondern auch Fähigkeiten, Fertigkeit.
00:07:15: eine gewisse Einstellung zum Thema, eine Motivation sich damit auseinanderzusetzen war mir am Anfang auch wirklich mal abgesehen von der wissenschaftlichen Perspektive gar nicht bewusst.
00:07:30: Am Anfang hatten wir bei Funny Money das Thema Money Mindset, gar nie so auf dem Schirm.
00:07:36: also wir dachten jetzt wissen die jungen Leute wie sie es machen.
00:07:40: ja und jetzt können die loslegen.
00:07:42: aber wenn jemand immer sein ganzes Leben lang im Grunde gehört hat, ich sag jetzt mal reiche Menschen sind unsympathisch.
00:07:49: Rendite ist kriminell ja das alles ist irgendwie negativ behaftet dann ist es total wichtig sich damit mehr auseinanderzusetzen und zu schauen.
00:08:00: denke ich dass eigentlich noch?
00:08:01: oder Ist das im grund so ein Glaubenssatz den ich mit mir mittrage?
00:08:05: Und der mich Naja, fast auf unsichtbare Weise daran hindert auch umzusetzen.
00:08:11: Weil ich ja dann vielleicht die Lager wechsle.
00:08:13: Also wenn ich da ein negatives Bild mitbekommen habe dass sich da erst nochmal wirklich für mich selber reflektieren kann.
00:08:22: Passt es denn jetzt auch für mich und kann nicht auch ein sympathischer reicher Mensch sein?
00:08:29: Spannend!
00:08:31: Auch darüber reden wir gleich noch mal was... Welches Vorurteilen möglicherweise beim Geldanlegen mit Geldumgehen zutrifft und welches nicht?
00:08:41: Lassen Sie uns noch mal einen Blick auf die strukturellen Herausforderungen ein Blick werfen.
00:08:46: Die letzte Bundesregierung hat eine Finanzbildungsplattform gestartet, auch wir als Länder haben das immer positiv an der Stelle begleitet.
00:08:57: und ich frage mich was braucht es eigentlich noch um die finanzielle Bildung in den Ländern, denn Bildung ist ja auch Ländersache vor allem.
00:09:05: Unsere vornehme Aufgabe im Föderalismus dem nachzukommen.
00:09:09: was können wir da eigentlich noch verbessern?
00:09:11: Es ist in Baden-Württemberg beispielsweise so das ökonomische Bildung Das ist natürlich ein bisschen breiterer Begriff als die rein finanzielle Bildung.
00:09:18: aber die ökonomischen Bildung In allen weiterführenden allgemeinbildenden Schulformen durch die Fächer Wirtschaftsberuf und Studienorientierung So heißt es in der ersten Sekundarstufe Wirtschaft, so heißt es in der Sekundarstufe II, ganz gut abgedeckt ist.
00:09:34: Wie verorten wir uns da im Vergleich auch zu anderen Ländern?
00:09:37: Wie würden Sie da drauf schauen und wo ist vielleicht noch Luft nach oben?
00:09:41: Ja also beim Württemberg ist ja sicherlich eines der Bundesländer die da großartig vorangeschritten sind.
00:09:49: das zeigt ja auch die ÖBIX-Studie vom Institut für Ökonomische Bildung an der Uni Oldenburg mit dem Dirk Lörwald, die zusammen mit der Flosbach von Storchstiftungen, der Werner von Hugo diese Studie immer durchführen.
00:10:03: Wo Baden-Württemberg sehr gut abgeschlossen hat und die Herausforderung ist denke ich wirklich die strukturelle Verankerung wo wir die Länder brauchen ja dass wir in irgendeiner Form strukturell sicherstellen, dass junge Menschen an den Schulen Wirtschaft und Finanzbildung bekommen.
00:10:25: Ein wichtiger Punkt dabei?
00:10:28: Die Lehrer-Bildung muss natürlich mitgedacht werden.
00:10:31: ja also das ist immer die Frage man kann immer viel fordern aber im Grunde sind es mehrere Aspekte die dann eine Rolle spielen und wo in Baden-Württemberg durchaus schon sehr gute Schritte gegangen wurden.
00:10:50: Und was sind die Hürden aus Ihrer Sicht, die es so gibt um zu einer besseren Finanzbildung und zu mehr Finanzkompetenz zu kommen?
00:10:58: Wo wünschen Sie sich mehr Engagement?
00:11:02: wo stehen wir uns irgendwie selbst im Wege?
00:11:04: weil ich fand sie haben das vorher an Anfang sehr schön gesagt Es geht jetzt ja hier nicht um einfach ein neues Fach einzuführen, sondern im Grunde wer über seine Finanzen herrscht ist in der Lage ein selbstbestimmtes unabhängiges Leben vielleicht auch als Leben als guter Staatsbürger wenn ich das mal so bisschen moralisch sagen darf in die Hand zu nehmen.
00:11:26: Und da geht es ja um sehr, sehr viel mehr und gleichzeitig sind wir natürlich immer in dem Konflikt.
00:11:30: Es gibt ein gesellschaftliches Problem also sourcen wir das probleme die schulen aus und ist nicht so als hätte die schule schon genug mit digitalisierung und all den herausforderungen um uns herum.
00:11:40: Das bildungssystem ändert sich gerade vom kopf auf die füße.
00:11:43: Natürlich auch zusätzliche belastung für die lehrkräfte Für die schülerinnen Schüler.
00:11:47: man muss die leerpläne natürlich neu Sortieren und dergleichen.
00:11:52: wo sehen sie Da Die Hürden auf dem weg zu einer beste Finanzbildung bei uns im Land.
00:11:57: Ja, also ich bin ja auch Gründungs- und Forschungsmitglied in bündnisökonomischer Bildung wo wir uns dafür einsetzen dass das wirklich in der breite strukturell verankert wird.
00:12:09: Das Wirtschafts- und Finanzbildungen in der Bundesrepublik Deutschland überall vermittelt wird.
00:12:18: Und da ist es natürlich eine Herausforderung, dass wir ein föderales System haben und sehr viele Fächeranforderungen in der heutigen Zeit – das ist ja nicht nur, dass es Wirtschafts- und Finanzbildung ist was fehlt sondern das Bildungssystem insgesamt vor riesen Herausforderungen steht dann letztlich da.
00:12:45: den Raum zu schaffen, ist noch nicht an allen Ecken und Enden Einsichts gereift.
00:12:55: Sie haben angesprochen die Bundesregierung hat diesbezüglich eine Initiative gestartet, ich finde das gut.
00:13:05: Reicht die Plattform online aus?
00:13:08: Nein natürlich nicht!
00:13:10: Es ist ein Beginn, es gab auch entsprechende Forschungsgelder die letztlich das Thema nochmal in den Mittelpunkt gerückt haben.
00:13:19: Ich glaube, es ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung wo die Politik wirklich Rahmenbedingungen schaffen muss.
00:13:27: ich finde es auch wichtig dass nicht nur die junge Zielgruppe im Blick ist sondern auch diejenigen Riesenrentenlücke haben, die jetzt noch einige Jahre Zeit haben etwas an dieser Rentenlücke zu verändern.
00:13:44: Aber dazu braucht es finanzielle Bildung.
00:13:47: das heißt aus meiner Sicht ist es wirklich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe wo die Politik ihren Beitrag leisten muss.
00:13:55: aber Beispielsweise finde ich es auch sehr hilfreich, wie es in anderen Ländern teilweise schon gemacht wird die Unternehmen mit ins Boot zu holen und entsprechend als Multiplikator zu verstehen.
00:14:07: In anderen Ländern gibt es Financial Well-Being sozusagen Finanzbildung über den Arbeitgeber für den Arbeitnehmer Und die Unternehmen haben da auch was von in Richtung höherer Mitarbeiterbindung, höhere Arbeitgeberattraktivität.
00:14:22: Aber auch Performance Steigerungen weil die Leute beschäftigt ist.
00:14:26: natürlich also im Grunde wissen nahezu alle dass es der Handlungsbedarf gibt.
00:14:32: nur wenn die finanzielle Bildung nicht dar ist ist angesichts der Komplexität heutzutage auch eine gewisse Ohnmacht und da kann man eben unterstützen Und aus meiner Sicht schaffen wir diese Aufgabe wirklich nur gemeinsam, wenn alle verschiedenen Akteure mit an einem Strang ziehen.
00:14:57: Weil es ist eine Riesen-Hausforderung aber es ist auch eine riesen Chance weil die Produkte sind da.
00:15:03: also wir müssen nicht darüber debattieren Es gibt sehr schlechte Produkte Aber es gibt auch hervorragende Produkte.
00:15:08: ja.
00:15:09: Also es gibt Lösungen und Die Bildung ist eben aus meiner Sicht ein ganz, ganz wichtiger Anteil um da was zu bewegen.
00:15:20: Um die Menschen in die Lage zu versetzen informierte und bewusste Finanzentscheidungen zu treffen und sich ja dann letztlich auch um die Dinge zu kümmern, die ihn wirklich am Herzen liegen.
00:15:31: also es soll ja kein neues Hobby sein aber ich brauche eine grundlegende Bildung, um da für mich die richtigen Entscheidungen zu treffen.
00:15:41: Weil es gibt ja auch nicht immer nur Schwarz und Weiß, für den einen passt es, für andere wieder nicht.
00:15:47: Und damit das eben eine eigenständige Entscheidung sein kann ist diese finanzielle Bildung so unglaublich wichtig!
00:15:54: Ich will das noch mal verstärken, weil Sie sprechen mir da aus dem Herzen.
00:15:57: Das ist ja jetzt nicht nur ein Thema, weil wir uns in der Politik was Neues ausgedacht hätten sondern ich glaube wenn man es ernst meint dass die demografischen Herausforderungen in unserem sozialen Sicherungssystem vor allem in der Rente sie hatten es angesprochen, wenn wir die ernsthaft angehen wollen dann reicht es ja nichts zu sagen liebe Leute ihr müsst halt mehr privat vorsorgen sondern gleichzeitig hat der Staat glaub ich schon auch die Fürsorgepflicht zumindest auf dem gleichen Ausgangsniveau idealerweise befinden.
00:16:27: Sie hatten ja gerade gesagt, da gibt es gewisse Haushalte die sind vielleicht von zu Hause auch schon geprägt.
00:16:32: Die haben weiß ich nicht mit neunzehn ihr erstes Tradingkonto und das ist für jeden Selbstverständlichkeit mit Aktien umzugehen.
00:16:40: Für andere ist es ein Buch mit sieben Siegeln und sie sind eher froh wenn sie sich im ganzen Leben damit nicht beschäftigen möchten.
00:16:46: aber ich glaube schon einfach Menschen zu Neudeutsch würde man sagen zu Empowern, zu Befähigen Souveräne gute Entscheidungen zu treffen ist die Kehrseite.
00:16:55: Und es kommt noch was hinzu, das geht auch manchmal in dieser aktuellen Diskussion über die Sondervermögen und so etwas verloren.
00:17:01: wir werden ja sehr viel privates Kapital für die Transformation um mal diesen ja etwas sperrigen Begriff zu nutzen aber für die Modernisierung des Standortes.
00:17:09: der Staat muss natürlich in Infrastruktur, öffentliche Infrastruktur investieren und in die Bereiche wo er eine staatliche hoheitliche Aufgabe hat.
00:17:17: Aber das Großteil des Kapitals achtzig Prozent sagen Studien etwa für die Erneuerung des Standorts, für neue Technologien, für die Transformation in der Automobilindustrie und wird von privaten Investoren kommen müssen.
00:17:30: Und das ist natürlich auch eine gute Möglichkeit Menschen an diesem wirtschaftlichen Erfolg an der Erneuhrung auch partizipieren zu lassen.
00:17:39: Deswegen sehe ich immer Finanzbildung als so ein bisschen das Schmiermittel, das Bindeglied um einerseits die Notwendigkeit zur Transformation und das größere Engagement in der privaten Altersvorsorge zusammenzubringen.
00:17:51: Und jetzt Frau Löhertz, kommen wir mal zu dem Pudelskern ist es ja schon so dass es auch eine gewisse geschlechter Ungleichheit im Finanzsektor ist.
00:18:01: das sehen wir immer noch in Vorstandsetagen von Banken wenn man in die Bilder schaut die Leute die vor so Trading Systeme sitzen Das ist immer noch eine sehr männlich dominierte Szene, hat sich glaube ich ein bisschen was geändert.
00:18:22: Aber es ist ja nicht nur so in den Banktürmen dieser Welt so ein Thema sondern überhaupt Menschen die am Finanzsektor und sei es auch nur als Privatsparer- und Anleger sich engagieren.
00:18:32: Ist das so oder ist das ein Vorurteil?
00:18:35: Und wenn es so ist warum gibt's nach wie vor diese krasse Geschlechterungleichheit im Finanzsektor?
00:18:40: wo kommt das her?
00:18:42: Ja, es gibt tatsächlich eine krasse Geschlechterungleichheit und es gibt natürlich unglaubliche viele Gender Gaps.
00:18:48: Also wir alle kennen Gender Pay Gap, Gender Pension Gap usw.
00:18:50: Und das gibt's aber auch im Bereich Investment und Financial Literacy also finanzieller Bildung.
00:18:57: Das Kurioße ist.
00:18:58: auf der einen Seite weiß ich immer darauf hin was es alles für Gaps gibt und gleichzeitig lade ich die Frauen aber auch ein ihren persönlichen Tag null zu feiern, weil ich gerne eine neue Perspektive auf das Thema legen würde.
00:19:14: Weil was es genauso gibt sind Studien dass Frauen, die anlegen eigentlich die erfolgreicheren Geldanlegerinnen sind.
00:19:22: ja.
00:19:23: Die Kamelle Apreea aus Mannheim hat beispielsweise Studien oder unterschiedliche Studien aus dem Ausland.
00:19:29: Also wir haben da tatsächlich wissenschaftliche Evidenz, dass Frauen die anlegen bis zu einem Prozent mehr Rendite pro Jahr.
00:19:39: Das ist unglaublich viel generieren und das ist eine Perspektive, die mir fehlt.
00:19:47: ja also Wir haben diese Defizite in dem Bereich.
00:19:52: Und gleichzeitig glaube ich, müssen wir da auf das Potenzial schauen und die Frauen ermutigen, das Thema anzugehen?
00:20:04: Meine Erfahrung ist dass sich die Frauen oftmals nicht von der Finanzbranche so unglaublich angesprochen fühlen.
00:20:10: Die ist eben durchaus wie sie schon sagten männlich geprägt und dominiert und das Look and Feel ist auch häufig so.
00:20:19: Ist das häufig so, es hat irgendwie nichts mit mir zu tun.
00:20:23: Wir haben da beispielsweise auch ein Female Finance Programm entwickelt wo wir eben entsprechend von der Sprache her und vom Look and Feel dass eher bei den Frauen sehen.
00:20:33: Wir merken aber auch sobald die Finanzbildung da ist ist das egal welche Farbe das hat.
00:20:38: also das ist eigentlich nur am Anfang so diese Brücke dieses Einladen.
00:20:43: hey schaust ihr doch mal an weil Ich sag immer, Finanzen sind das meist unterschätzte Thema überhaupt.
00:20:50: Die meisten denken so Öde oder noch schlimmer auf Höhe des Zahnarztbesuchs, ja?
00:20:56: Das ganze Thema.
00:20:58: Aber nein!
00:21:00: Was ich eben schon sagte geht im Grunde darum finanzielle Freiheit und es geht um individuelle Wünsche, individuelle werte.
00:21:11: Was möchte ich eben entsprechend mit meinem Leben machen?
00:21:16: Habe ich eben eine Partnerschaft, wo ich das einigermaßen gleichberechtigt leben kann.
00:21:25: Wobei ich jetzt kein Fan bin, irgendwie vorzuschreiben wie was aufgeteilt werden soll.
00:21:33: Aber diese Gaps kommen natürlich sehr häufig auch durch das traditionelle Rollenverständnis Und ich finde, da ist auch nichts zugegen zu sagen wenn man das so machen möchte.
00:21:45: Nur was ich wichtig und da sind wichtig finde – und dann sind wir wieder bei informierten und bewussten Entscheidungen -, dass es ein Preisschild dran klebt, wenn eben eine Partnerin zu Hause bleibt optimalerweise irgendwie gerecht aufteilt und nicht eben, ja die Altersarmut ist weiblich.
00:22:08: Das wissen wir alle das hat viel mit Teilzeit zu tun es hat viel Mit dem traditionellen Rollen Verständnis zu tun Und dass eben im Blick hat weil das ist etwas Das Ist dann oftmals Böses Erwachen
00:22:23: Das ist glaube ich das Thema, dass vielen das ja erst dann bewusst wird wenn es eigentlich zu spät ist.
00:22:29: Trennungen finden im Leben statt und auf einmal ist man auf sich selbst gestellt oder der Partner verstirbt.
00:22:36: vielleicht gibt's da noch sowas wie eine Witwin-Rente vielleicht aber auch nicht Und auf einmal schlägt das dann zu und das glaube ich frühzeitig auch an Frauen.
00:22:45: so zu formulieren ist, glaube ich ein unheimlich wichtiges Thema und Sie haben es vorhin sehr schön gesagt.
00:22:50: Da geht's um Unabhängigkeit da geht zum Souveränität, da gehts glaube ich um ein selbstbestimmtes Leben an der Stelle.
00:22:57: Ich muss dabei eine Sache eben schmutzeln weil dafür ist das Thema zu ernst.
00:23:01: aber als sie das sagten dass es wissenschaftliche Studien gibt Frauen, die Männer outperformen.
00:23:09: Was die Rendite angeht?
00:23:10: Es ist ja so... Die Rendite wird nie als solches angeschaut.
00:23:13: Sie wird immer ins Verhältnis zum Risiko gesetzt und offenbar bis gerade sind Frauen sehr erfolgreich, Risiko und Rendite in den gesundes Verhältnissen zu bekommen.
00:23:22: Und ich erinnere mich an einen Satz, den glaube ich Madame Lagarde, Christine Lagarde die heutige EZB-Chefin gesagt hat nämlich als die große Finanzkrise war Sagt ihr so was ich kriegst nicht mehr genau aus dem Kopf hin, aber hab's noch dunkle im Ohr.
00:23:38: Sie sagte irgendwie wenn Lehman Brothers Lehman Sisters gewesen wäre und von Frauen geführt worden wäre dann hätte es vielleicht zumindest in dieser Form diese Finanzkrise nicht gegeben weil man nicht diese Risiken so blind eingegangen wäre.
00:23:52: und das war glaube ich offenbar nicht nur ein flotter Spruch, sondern auch... Ich habe ein bisschen was gelesen zur Vorbereitung dieses Podcasts.
00:23:58: Gibt es durchaus empirische Evidenz die das an der Stelle noch mal deutlich macht?
00:24:04: Das ist richtig!
00:24:05: Jetzt ist es ja so, Frau Löhwer.
00:24:06: Wir haben über eben die Schule, die Schulstrukturen gesprochen.
00:24:09: Sie haben gesagt auch da gibt's Luft nach oben.
00:24:12: Auch das geht natürlich für uns im Land und gleichzeitig glaube ich auch die neue Bundesregierung, die weiter an dem Ball bleiben sollte.
00:24:18: aber es ist natürlich auch etwas was nicht nur die Schülerinnen und Schüler in den Schulen konfrontiert sondern glaube ich ein Thema was Menschen über ihren gesamten Lebenszyklus quasi begleitet.
00:24:30: Und deswegen gibt es natürlich die Überlegung, wie lässt sich sonst noch das Thema Finanzbildung und die Stärkung von Finanzkompetenz im Lebensalltag integrieren?
00:24:40: Ich finde da ist es schon auffällig dass immer mehr.
00:24:42: dieser Finanzinfluencer, vor allem übrigens Finanz-Influencerinnen auch gibt.
00:24:47: Auch das ist ja ein Zeichen für Hoffnung.
00:24:49: da tut sich was.
00:24:50: jetzt ist es klar nicht jeder dieser Vorschläge ist immer seriös.
00:24:53: ich glaube da muss man auch mal einen genauen Blick drauf werfen.
00:24:56: aber wie schauen Sie darauf?
00:24:57: Ist das eine Chance und was beobachten sie in dieser ganzen Fin-Fluencer Community?
00:25:03: Ja also aus meiner Sicht ist es wirklich Fluch und Segen zugleich.
00:25:07: wir haben hervorragende Möglichkeiten ne breite Masse an Menschen zu erreichen.
00:25:13: Gleichzeitig ist es im Moment ebenso, dass es für jemanden der jetzt sich mit dem Thema beschäftigen möchte, sich aber noch nicht auskennt echt schwierig ist zu unterscheiden.
00:25:22: Ist das jetzt qualitativ hochwertig oder nicht?
00:25:26: Und wir haben da unterschiedlichste Initiativen dazu gestartet.
00:25:33: Zum einen haben wir zusammen mit DEFINO Institut für Finanznorm einen Zertifizierungsprozess für Finanzbildungsangebote gestartet.
00:25:45: Das ist letztes Jahr als Pilotprojekt gestartet und soll praktisch den guten, qualitativ hochwertigen Angeboten wirklich die Möglichkeit geben sich abzuheben von denen, naja ich sage mal, die drei Aktien gekauft haben und jetzt allen anderen erklären wie man Geld anlegt.
00:26:04: ja das Das eine und zum anderen ist es auch noch eine relativ neue Info.
00:26:16: Ich bin ja auch im Beirat des Normenausschusses Finanzen, das Deutschen Instituts für Normung, DIN – wir kennen alle DIN AIV – da gibt's auch einen DIN für die private Haushaltsanalyse Und da gibt es einen Normenausschuss.
00:26:35: und wir haben vorletzten Monat im Februar einen Antrag gestellt, dass wir gerne die Entwicklung einer Dienstnorm für die Finanzbildung anstoßen möchten.
00:26:50: Ich glaube das wird nicht ganz real.
00:26:51: Das wird sicherlich herausfordern aber dieser Antrag wurde angenommen.
00:26:57: Ebene eine Norm entwickelt, wie qualitativ hochwertige Finanzbildung sein sollte.
00:27:04: Was ist da drin?
00:27:05: Gar nicht mal unbedingt inhaltlich sondern eher Transparenz.
00:27:09: also wann mache ich Finanzbildung und wann vertreibe vielleicht noch was.
00:27:14: ja also mach ich transparent was ich da mache wenn ich irgendwelche Kickbacks bekomme oder affiliate links verteile oder wie es auch die Ausbildung derjenigen, die über das Thema sprechen und so weiter.
00:27:31: Also sozusagen auf der normativen Ebene zu schauen was wir da für einen Beitrag leisten immer mit dem Hintergrund dass die guten Angebote auch eine Chance haben als wirklich qualitativ hochwertige Angebote wahrgenommen zu werden.
00:27:51: Jetzt habe ich auch wieder was Neues gelernt, also ich hab unheimlich viel Neues gelernt.
00:27:54: Aber das war mir wirklich völlig fremd bislang.
00:27:56: dass es eine D-Norm genau in diesem Bereich ergibt und dass sie daran mitwirken ist ja wirklich interessant.
00:28:04: Das werde ich mir im Nachgang nochmal genauer anschauen.
00:28:07: Lassen Sie mich einmal noch mal... Wenn wir so ein bisschen in Richtung Schlusskurve gehen, Frau Leur nochmal das große Bild zeichnet.
00:28:13: Wir haben jetzt über Finanzbildungen und Finanzkompetenz gesprochen.
00:28:16: Wir sind über das Geschlechtergab in dem Bereich gesprochen.
00:28:21: Da gibt es einen ganz großen Zusammenhang nämlich die Frage auch... Die Vereinbarkeit von Karriere, Familie und Finanzen.
00:28:31: Wie bleibt man wirtschaftlich unabhängig?
00:28:33: Auch wenn man wegen der Geburt eines Kindes beispielsweise kürzer tritt?
00:28:36: das ist ja zunehmend auch eine Frage übrigens für Männer die sich die stellen aber eben vor allem traditionell vor allem Frauen die damit konfrontiert sind wie schauen sie Wie schauen Sie da drauf?
00:28:48: Gibt es da auch Tipps Ihrerseits, wie man möglicherweise diese Vereinbarkeit bestmöglich Karrierefamilie und Finanzen irgendwie hinbekommen.
00:28:56: Welche Erfahrungen haben sie da auch wenn sie mit Studierenden genau zu den Themen sich austauschen?
00:29:01: Ja also persönlich kann ich sozusagen eine kleine Anekdote vorschieben.
00:29:08: Ich habe nämlich als ich noch keine Kinder hatte mit einer dreifachen Mama gesprochen über das Thema und die sagte, ob eine Beziehung gleichberechtigt ist zeigt sich wenn das erste Kind auf der Welt ist.
00:29:22: Und ich konnte mit diesem Satz nichts anfangen wirklich gar nicht!
00:29:28: Dann kam das erste kind und dann hatte ich... Ach so!
00:29:32: Das meint sie weil wenn junge Paare dann Kinder bekommen, dann ist es häufig so dass so ne unsichtbare Kraft auf einmal die Rollenverteilung, wie auch immer.
00:29:45: Wie man es irgendwie vielleicht von zu Hause gekannt hat oder wir auch immer das heißt auch hier wieder keine bewusste Entscheidung.
00:29:52: also Ja, wir wollen uns beide darum kümmern.
00:29:55: ja okay Vielleicht passiert das noch aber wie ich dann wirklich auszusehen hat dass nicht so.
00:30:02: Ich war da ein bisschen durch diesen Satz er ist mir im Kopf geblieben auf hab acht und muss sagen diese Gespräche, also dass man es wirklich zu einer informierten und bewussten Entscheidung auch da macht.
00:30:15: Das ist unglaublich wichtig und das ist aber auch gar nicht unbedingt so einfach und das hat nichts mit bösen Willen von der Männer zu tun oder von irgendwem sondern weil das eigentlich auch eine besondere Situation ist ja?
00:30:30: Und das natürlich ne Phase ist wo ganz viel durcheinander geworfen wird und die Gefahr dann groß ist die Frau im Grunde in eine Position kommt, wo es langfristig für sie Nachteile bedeutet.
00:30:47: Das heißt dieser finanzielle Ausgleich oder dieses Weiterführen von Altersvorsorgeverträgen?
00:30:55: Oder wirklich zu gucken Moment mal wenn ein Partner zu Hause bleibt oder nur Teilzeit arbeitet wie erfolgt der Ausgreich?
00:31:06: das ist eigentlich einfach aber Es wird ganz oft dann doch nicht so gemacht, weil natürlich wird das als Familie gesehen und so weiter.
00:31:17: Sie sagten es schon, Trennungen passieren jeden Tag.
00:31:21: Das heißt da wirklich von Anfang an seine finanzielle Selbstständigkeit nicht aufzugeben sondern auch nicht arbeitsteilig komplett abzugeben.
00:31:34: Das erfahre ich immer wieder leider, ja.
00:31:37: Ja gut, nee wir haben das so aufgeteilt.
00:31:39: Ich kann das bei anderen Themen verstehen.
00:31:41: beim Thema Finanzen würde ich wirklich davor warnen und würde sagen dass jeder Partner für sich egal ist ob man oder Frau einfach seine Financen schon im Blick hat und guckt hey ist das jetzt noch noch?
00:31:55: passt es noch für mich?
00:31:56: Oder ist es auch gerecht?
00:31:58: Und wir nehmen natürlich sehr oft die Perspektive der Frauen ein, auch ich logischerweise.
00:32:04: Ich weiß aber auch dass die Perspective der Männer auch ziemlich wichtig ist mal zu sehen weil erstens ich kenne auch Männer die fühlen sich gar nicht unbedingt sowohl die alleinige Verantwortung zu haben Aber es als Mann auch gar nicht so einfaches zu adressieren.
00:32:19: Ja also das gibt's auch Es gibt ja gar nicht nur sie des schwarz und weiss.
00:32:27: wenn die Männer dann weniger arbeiten wollen, haben sie auch bei sich sozusagen im Umfeld je nachdem.
00:32:33: Rechtfertigungsdruck?
00:32:34: Genau!
00:32:36: Also ist es gar nicht so einfach.
00:32:37: Das heißt aus meiner Sicht ist das schon Thema gerade bei jungen Menschen wo man sowohl Frauen als auch Männer und alle im Grunde mit einbeziehen sollte damit einfach da eine gerechte Situation hergestellt werden kann.
00:32:54: also Dieses Informiert und Bewusst ist hier auch unglaublich, weil viel geschieht unbewusst.
00:33:01: Und dann sind wir bei dem Punkt wo sie sagten wieder naja Dann wird es eigentlich viel zu spät erst bewusst dass das nicht in Ordnung ist ja Dass sich auch nicht mehr gut anfühlt Das blöde isst das dann irgendwann umzudrehen?
00:33:15: Das wird dann oftmals auch umgedeutet So wie früher hast du's gerne gemacht und jetzt nicht mehr und dann wird das auf die emotionale Ebene möglicherweise geschoben dabei Eigentlich wirklich nur etwas, was man ja erstmal rational gegeneinander abwägen sollte.
00:33:31: Damit eben keiner der Partner benachteiligt ist.
00:33:35: Das finde ich nochmal ein starkes Appledoie von Ihrer Seite und ich würde es vielleicht dahingehend bekräftigen... Es ist ja schon so, dass das Reden über Geld, über Finanzen im Freundes- und Familienkreis ja irgendwie eine unangenehme Angelegenheit.
00:33:49: Sie hat ja Freude über die Mindset Frage gesprochen.
00:33:51: Das ist im anderen, ich will gar nicht sagen Kulturkreisen aber gerade in angelsächsischen Kulturkreisten der Selbstverständlichkeit da wahrscheinlich ein bisschen zu viel darüber gesprochen.
00:34:01: Aber so wie Sie das vorher gesagt hatten, ich glaube das gilt es auch im Familienbezug und vielleicht muss man genau das Aufbrechen selbstverständlicher machen.
00:34:11: Sie hatten das ja eben angesprochen.
00:34:12: übrigens gilt für mich auch Ich habe mich ertappt gefühlt als sie das gesagt haben.
00:34:17: Auch wir meine Frau und ich haben zwei kleine Kinder haben den Anspruch einer gleichberechtigten Partnerschaft Kehrarbeit bestmöglich gleich auch aufzuteilen.
00:34:27: Wir sehen aber auch jeden Tag wie hart wir mit Kompromissen ringen, es muss auch jeder den Weg für sich finden und es gibt auch mal unterschiedliche Lebensphasen.
00:34:35: das ist ja auch klar.
00:34:36: Aber mir ging's so wie sie das gesagt haben da waren wir noch ziemlich naiv als die Kinder noch nicht da waren Und dann kam brutale Realität.
00:34:43: man muss jeden tag selbst sozusagen kontrollieren aber auch darf fangen natürlich auf einmal solche Themen an.
00:34:50: der eine Partner bekommt eine Gehaltserhöhung Und man hat irgendwie ein Gemeinschaftskonto, wo man einzahlt.
00:34:55: Es ist natürlich nicht fair, dass einfach nur beide den gleichen Beitrag da einzahlen sondern wenn der andere mehr verdient und das Mehrverdien vielleicht durch den anderen mit ermöglicht wird weil ein Stück weit auch mehr Arbeit freiwilliger Arbeit zu Hause oder Kehrarbeit übernommen wird dann muss es ja auch eine Form der Kompensation an der Stelle geben.
00:35:14: Und da merke ich schon, damit tut man sich insgesamt eher schwer und ich glaube das frühzeitig zu lernen und auch ein bisschen zu trivialisieren ist dann vielleicht auch der Schlüssel gute Wege da zu finden und genau das was ich ja quasi als Frage an sie adressiert hatte nämlich Karrierefamilie und Finanzen irgendwie auch gut zusammenzubringen.
00:35:36: Frau Löhr, ich will noch mal einen Werbeblock an der Stelle starten.
00:35:39: Wir hatten übrigens dazu neulich auch ein Podcast nämlich Der Aspekt Steuern und Steuer macht Schule.
00:35:46: Das ist ein Projekt der Steuer- und Finanzverwaltung des Landes Baden-Württemberg zusammen auch mit dem Kultusministerium, wo wir in Schulen gehen um über das Thema Steueren in Schulen zu sprechen.
00:35:57: Jetzt könnte man sagen ja es ist wieder der gierige Staat kaum engagieren sich mehr Menschen irgendwie am Kapitalmarkt und sparen vor ist schon der Staat auf der Matte und will seinen Anteil.
00:36:07: Auf der anderen Seite ist das, glaube ich auch ein wichtiger Aspekt von Finanzbildung zu wissen.
00:36:11: Dass es einen Unterschied zwischen Brutto und Netto Rendite gibt und was ein Freibetrag ist und wie man eine Einkommenssteuererklärung gut ausfüllt und warum der Staat überhaupt Steuern einnimmt damit er auch in gute Bildung beispielsweise investieren kann.
00:36:25: haben Sie dazu eine Meinung?
00:36:26: Wie man das Thema steuern auch stärker im Lebensalltag sozusagen integriert?
00:36:32: weil auch da ist meine Erfahrung dass das ein Thema ist mit dem Leute möglichst einfach wenig zu tun haben möchte und was auch sehr negativ konnotiert ist.
00:36:41: Wie ist Ihre Erfahrung in der Hinsicht, wenn man über das Thema Steuern ganz explizit spricht?
00:36:46: Ja also zunächst mal möchte ich Sie gerne einladen dass sie vielleicht nächstes Jahr bei der Global Money Week dabei sind.
00:36:52: Das ist eine OECD-Aktionskampagne wo wir von der Digifin mit Jakob Risse seinem Team Leading Organization sind.
00:37:05: Das ist eine Woche im März, wo es wirklich um das Thema geht, breit deutschlandweit zu platzieren und da wäre das Thema vielleicht auch sehr schön weil wir sind noch nicht so stark in Sachen Steuern thematisch da vertreten.
00:37:20: also es ist ne Mitmachkampagne dass vielleicht zunächst Und dann sehe ich das komplett ein, dass das Thema mehr Sichtbarkeit braucht.
00:37:32: Weil wir haben ja verschiedene Gedanken wenn wir an das Steuersystem denken und einen Aspekt der zwar vielleicht auch gern übersehen wird ist der Incentivierungsaspekt.
00:37:48: also Ich kann ja auch eben entsprechend steuern weil sie nicht fremd vermietete Immobilie oder wie auch immer, die sind ja anders behandelt als Eigenheim.
00:38:00: Da steht ein Gedanke dahinter und nur wenn ich als Privatperson dieses Steuersystem verstehe kann ich natürlich schauen ist da irgendetwas für mich interessant um als privater Investor möglicherweise von dieser Incentivierung zu profitieren.
00:38:24: Und von daher finde ich das wichtig, Sie sahen es gesagt.
00:38:28: also junge Menschen wissen oft nicht die Unterschiede zwischen brutto und netto oder netto ist dann... Sollte übrigens
00:38:33: auch Politiker geben, die das manchmal durcheinander würfeln?
00:38:36: Habe ich gehört!
00:38:37: Ja ja ja zur politiker- und finanzbildung bin ich jetzt mal ganz still aber da habe ich auch ein paar Zitate.
00:38:45: aber das würde das jetzt... Ihr
00:38:47: holt mir wann anders raus.
00:38:49: Ich hoffe ich bin dich dabei Aber machen Sie da alles gut, Frau Löw.
00:38:52: Machen sie weiter?
00:38:53: Bisher nicht!
00:38:55: Nein, wir brauchen ja eben genau diese Politiker und diese Akteure die die Finanzbildung sozusagen nach vorne bringen und steuern finde ich auch.
00:39:06: es ist ja im Grunde Wenn man so möchte, dann natürlich auch ein Ausgabefaktor.
00:39:13: Und ich habe Gestaltungsspielraum.
00:39:14: So ehrlich muss mir ja auch sein das hat ja auch gar nichts mit Steuerschlupflöchern oder sonst was zu tun ist gibt Gestaltungspielraum und dafür brauche ich natürlich erst mal des Grundverständnis wie das System funktioniert Und wenn ich sozusagen mir anschaue, wie verschiedene Akteure in der Wirtschaftswelt damit umgehen, sind Steuern immer wieder ein wichtiger Punkt und das einfach links liegen zu lassen.
00:39:43: Nein!
00:39:44: Das finde ich wichtig, dass es in den Fokus zurück
00:39:46: ist.
00:39:48: Vielen Dank auch für das Plädoyer sehe ich nämlich genauso.
00:39:50: und zu dieser Money Week.
00:39:52: Das sprechen wir gerne nochmal, finde ich immer gut wenn man die, wie sagt man Awareness?
00:39:56: Die Sichtbarkeit und die Relevanz von dem Thema auch noch mal deutlich machen kann weil ich finde sie sprechen es genau richtig aus.
00:40:01: so wie Sie vorher zu Beginn des Podcasts gesagt haben Es gibt eine gewisse Informationsasymmetrie.
00:40:07: Manche fühlen sich in einem Thema voll Zuhause wissen, wie man Geld richtig und nachhaltig langfristig anlegt.
00:40:14: Und andere sind völlig überfordert.
00:40:16: Das Gleiche ist ja auch bei den Steuern und die, die ein bisschen wohlhabender sind haben in der Regel dann Zugang zu Experten wie Steuerenberatern, die genau in diese Wege aufzeigen und deswegen auch da einfach faire Chancen herzustellen.
00:40:30: frühzeitig Menschen für das Thema zu sensibilisieren, ist glaube ich genau richtig.
00:40:37: Abschließende Frage Frau Leur und ich erwarte keine Investment-Tipps in dem Sinne.
00:40:43: Übrigens auch da haben sich Politiker immer mal wieder in die Nesseln gesetzt, ich war selbstmal im Untersuchungsausschuss zum Thema Wirecard.
00:40:50: deswegen habe ich mir abgewöhnt irgendwelche Investment Tipp zu geben Ausgenommen, natürlich eine Baden-Württembergische Staatsanleihe.
00:40:57: Da macht man nie was verkehrt.
00:40:59: Man muss sich jetzt aber
00:41:00: nichts zu sagen!
00:41:01: Ich wollte von Ihnen noch mal hören.
00:41:02: Jetzt stellen Sie sich mal vor, jetzt hat hier jemand im Podcast gelauscht ein Hörer oder noch bessere Hörerin und hat gesagt Mensch ich habe da mit dem Thema bislang wenig zu tun gehabt, aber ich will da jetzt einfach mal loslegen.
00:41:14: Wo fängt man eigentlich an?
00:41:15: Weil das ist ja schon eine ganz schöne Odyssey und auch ein komplexes Thema.
00:41:18: Wenn Sie jetzt jemanden, der wirklich weit weg vom Kapital- und Finanzmarkt ist aber sagt ich will als einfach mehr machen.
00:41:24: Und sei es nur mal ein paar Euro jeden Monat bei Seite in irgendwie einen Aktiendepot oder sowas steckt.
00:41:29: Wo fängt man eigentlich an damit das am Ende auch zu was führt?
00:41:33: Und man nicht wieder die Motivation auf halben Wege verliert
00:41:36: Ja, das stimmt.
00:41:37: Also dass das wichtig ist tatsächlich anzufangen also den ersten Schritt zu gehen.
00:41:42: und der erste Schritt ist im Grunde so eine Übersicht zu haben ja also mal vielleicht sozusagen samstag morgens sich ein Kaffee zu machen einen Küchentisch abzuräumen oder was und dann alles auf dem Tisch holen oder auch natürlich virtuell Und dann sich zu überlegen okay sozusagen das ist meine jetzige Situation.
00:42:03: wo will ich denn eigentlich hin?
00:42:05: Warum mache ich mich jetzt auf den Weg?
00:42:07: Weil Finanzen sind das meist aufgeschobene Thema überhaupt.
00:42:11: Dieses Anfangen ist das Wichtigste und dann eben dranbleiben, und dann ist es gut wenn ich für mich ein Ziel verknüpft habe was für mich emotional ist, was wirklich einen Mehrwert bringt Und dann kommt's natürlich so ein bisschen drauf an, hab' ich Konsum-Schulden Ja Dann wäre das... einen Schritt, das mal abzubauen.
00:42:34: Habe ich eine eisere Reserve?
00:42:37: Das ist letztlich ein schönes Ziel um die Sicherzeit zu haben.
00:42:43: und wenn es in Richtung Absicherung und Vorsorge geht kann ich nur die Dienstanalyse empfehlen weil ich da dann eben objektiv sehe welche existenziellen Risiken sollte ich wirklich absichern.
00:42:57: sonst weiß ich ja nie so genau wer empfiehlt mir was aus welchen Gründen So, und dann habe ich eine Basis.
00:43:03: Und dann würde ich wirklich jedem ans Herz legen, risikobahftete Anlagen nicht direkt auszuschließen.
00:43:09: Ja?
00:43:11: Denn Risiko ist finanzwirtschaftlich gesehen Abweichung vom erwarteten Ergebnis.
00:43:17: ja das kann positiv wie negativ sein Das is ne Schwankung.
00:43:21: ja.
00:43:22: aber diese Schwankungen erstmal nicht direkt ausschließen sondern sagen naja wenn ich Vermögen aufbauen möchte dann brauche ich Rendite.
00:43:29: Rendite und Risiko gehört zusammen, ja?
00:43:33: Und sich mal das durch den Kopf gehen zu lassen nicht direkt abtun und sagen, Risiko geht gar nicht wie wir es in Deutschland oftmals machen.
00:43:45: da sind wir wieder bei dem Punkt privates Kapital für Investitionen.
00:43:50: ganz viele Menschen haben nicht an den Wertzuwachs der Kapitalmärkte in den letzten Jahren partizipiert, weil sie einfach nicht investiert waren.
00:44:00: Wenn wir uns anschauen wie viel sind investiert ist es sehr wenig.
00:44:04: das heißt diese Basis zu bauen und dann zu sagen ich mach mich auf und dafür brauche ich eben Finanzbildung und mich da sozusagen mit so ein Mindset auf dem Weg zu machen.
00:44:16: Ich bin auf den Weg Und ich lerne sozusagen Schritt für Schritt.
00:44:23: Also klarer Appell, klares Plädoyer Frau Leur.
00:44:26: Am Samstag an den Küchentisch nach dem Frühstück sich hinsetzen ein bisschen mal die Themenorten in die Gedankenordnen und einfach irgendwie mal loslegen.
00:44:36: Ganz herzlichen Dank für sie für die Einblicke zum Thema Finanzbildung, Finanzkompetenz.
00:44:42: Ich würde sagen wir beide bleiben jeder an seiner Stelle an dem Thema einfach am Ball weil es wirklich verdammt wichtig ist Für viele auch nicht nur wirtschaftliche, sondern glaube ich auch gesellschaftliche Fragen da draußen und insofern danke Ihnen ganz herzlich für das Gespräch.
00:44:55: Alles Gute!
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