Repost: Auf Kosten der Mütter

Shownotes

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In der heutigen Folge haben wir Dr. Birgit Happel zu Gast, Soziologin und Autorin des Buches „Auf Kosten der Mütter“.

Unter anderem geht es darum, was finanzielles Glück für sie bedeutet, warum finanzielle Bildung insbesondere für Frauen mit Familie so wichtig ist und schließlich werfen wir auch einen Blick auf die geplante nationale Finanzbildungsstrategie vom Bundesfinanzministerium und Bundesbildungsministerium.

Den erwähnten Link im Podcast zum Ehegattensplitting in der WDR-Mediathek findest Du unter: https://www.ardmediathek.de/video/die-story/steuerparadies-ehe-ist-das-ehegattensplitting-noch-gerecht/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtN2QyNzJjMGItYmEyNi00ODNiLWIxZjgtNTExN2RkYzU0NzQ2

Wir wünschen Dir viel Spaß beim Reinhören!

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Herzlich willkommen zu "Finanziell glücklich", dem Podcast für unabhängige Finanzbildung.

Finanzbildung ist so wichtig wie nie zuvor! So wichtig wie Lesen und Schreiben. Unser Host ist Prof. Dr. Katrin Löhr, Professorin für Finanzwirtschaft und Vorstand der „Deutsche Gesellschaft für Finanzkompetenz DeGefin“. Die Vision von DeGeFin ist „Finanziell glücklich. Jede*r. Jederzeit.“ Das finanzielle Glück ist oftmals eng verknüpft mit Finanzbildung. Daher ist die Mission von DeGeFin „Finanzbildung für alle“.

Was Dich bei „Finanziell glücklich“ erwartet:

Unabhängige Finanzbildung – wir vertreiben keinerlei Finanzprodukte. Bei uns stehen das Wissen und die praktische Anwendung im Vordergrund und das Ganze aus der Praxis für die Praxis. Wir möchten Dich in die Lage versetzen, selbst finanzschlau zu werden oder Dich dabei unterstützen, andere finanzschlau zu machen.

Du bekommst Impulse zu Themen wie Geldanlage, Money Mindset, Absicherung, Umgang mit Risiko, Altersvorsorge, Finanzbildung als innovatives Mitarbeiterbindungstool, Finanzbildung in Deutschland,… Gerne laden wir auch immer wieder interessante Gäste für Dich ein. Eine neue Podcast-Folge erscheint jeden Donnerstag für Dich.

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Viel Spaß auf Deinem Weg zum finanziellen Glück!

Transkript anzeigen

00:00:04: Herzlich willkommen zu Finanziell Glücklich, dem Podcast für unabhängige Finanzbildung.

00:00:10: Mein Name ist Kathrin Löhr und ich bin Professorin für Finanzwirtschaft und liebe es Menschen finanziell glücklich zu machen.

00:00:18: Ich freu mich riesig dass wir heute Dr.

00:00:25: Wirki Pappel zu Gast haben.

00:00:27: sie ist Soziologin Inhaberin des Finanzbildungsportals Geldbiografien.

00:00:35: Das Buch ist auf Kosten der Mütter.

00:00:38: Herzlich willkommen, liebe Birgit!

00:00:41: Hallo,

00:00:41: liebe Katrin ich freue mich auch total.

00:00:45: Sag mal welche Bedeutung spielt finanzielles Glück für dich als Person aber auch als Mutter?

00:00:54: Heute wenn deine Kinder ein bisschen älter sind aber auch früher als sie klein waren was kommt dir da in den Sinn?

00:01:02: Also generell finde ich, dass finanzielles Glück auch Selbstbestimmtheit ist und finanzielle Unabhängigkeit der Sicherheit und auch ein gutes Rohrkissen.

00:01:12: Aber auch dann die Möglichkeit meinen Leben aktiv gestalten zu können, um meine Ziele zu verwirklichen.

00:01:19: Und jetzt als meine Kinder noch klein waren, ich hatte das Glück dass sich in der Bankausbildung schon mit der Wertpapierbörse im Berührung gekommen bin.

00:01:28: Ich habe früh gelernt Geld anzulegen weil ich war ja dann auch selbst in der Wert-Papierberatung tätig.

00:01:34: Während meiner Elternzeit da wurde nach und nach ersichtlich, dass meine Mutter an Demenz erkrankt ist.

00:01:40: Da hatte ich eine sehr große Aufgabe vor mir, weil ich ihre Betreuung übernommen habe.

00:01:47: Während dieser Zeit war ich auch teilweise finanziell von meinem Mann abhängig.

00:01:51: Und ja, vor allem konnte ich nicht so beruflich durchstarten wie ich mir das halt überlegt als ich schwanger wurde.

00:01:58: also ich dachte auch ich könnte einfach meine Dissertation mit dem Baby fertig schreiben so wie es ja auch der Finanzminister neulich in einer Aussage getätigt hat.

00:02:08: also da muss sich ihnen Schutz nehmen.

00:02:10: man stellt sich das nicht so vor was man da alles an Aufgaben dann dazu bekommt.

00:02:17: Aber als Backup hatte ich eben auch meine Wettpapiere, meine Ausbildung und mein Studium so dass ich mich jetzt nie in einer unterlegenen Machtposition gefühlt habe.

00:02:30: Also dieses finanzielle Grundgefühl von Sicherheit oder auch Unabhängigkeit das war trotzdem da weil ich wusste ich könnte ja jederzeit dann auch wieder einsteigen zu arbeiten.

00:02:43: Also was heißt jederzeit?

00:02:45: Klar, ich musste das mit meiner Mutter dann regeln.

00:02:47: Aber wenn es hart auf hart gekommen wäre, dann hätte ich das halt noch anders regeln müssen nicht.

00:02:53: Sie war dann zum Beispiel zwei Tage in so einer Pflegetagesstätte wo ich auch mal ein bisschen Luft hatte aber dann hätte sie halt vier Tage dahin bringen müssen.

00:03:03: und ja so muss man dann eben flexibel sein.

00:03:08: Ja, und da die Entscheidung wirklich selbstbestimmt zu treffen ist dann im Grunde was noch ein gutes Gefühl gibt.

00:03:16: Und ja ich habe in der Anmoderation schon gesagt dass du einen Buch geschrieben hast und das heißt auch Kosten der Mütter und es ist etwas was wirklich mal den Fokus auf ein Thema lenkt was bei uns in Deutschland würde ich jetzt mal sagen noch in einigen anderen Ländern vielleicht auch.

00:03:38: Aber wir sind schon sehr speziell aufgestellt, wenn es um das Thema Mütter geht, Verantwortung, Rollenverteilung und du hast unglaublich viele spannende Zahlen- und Fakten zusammengetragen.

00:03:53: Danke dir!

00:03:54: Was

00:03:54: ist denn für dich die überraschendste Erkenntnis gewesen?

00:03:58: Und warum?

00:04:00: Ich würde es nur ganz kurz noch öffnen, weil ich denke das ist in den Dachländern so.

00:04:05: Also Österreich-Schweiz da nimmt sich nicht viel, weil ja die größte Stellschraube ist bei der gerechten Verteilung von der Erwerbs- und Sorgearbeit also unbezahlter Arbeit.

00:04:16: Und mich hat am meisten auch überrascht Das Ausmaß der Diskriminierung also Arbeitsmarktdiskriminierung und auch des Drucks unter dem die Eltern heute stehen.

00:04:28: Das Familienministerium fasst dieses Jahr unter diesem Stichwort Intensivierung von Elternschaft.

00:04:33: Und das ist ja auch was ich jetzt gerade eben schon gesagt habe, man kann es sich einfach nicht vorstellen wenn man noch keine Familie hat was dann da alles auf einen zukommt und diese Rasschaue des Lebens die kann natürlich ganz schön anstrengend sein oder werden.

00:04:49: Und wenn dann jetzt noch Geld sorgen oder finanzielle Abhängigkeit, oder sogar finanzieller Machtmissbrauch dazukommen mit denen ich auch in meiner Arbeit mit Frauen zu tun habe.

00:04:59: Dann braucht man sich nicht wundern dass gerade bei Frauen die psychische Gesundheit seit Jahren deutlich schlechter ist als die von Männern.

00:05:08: und dieses Thema beschäftigt mich einfach schon so lange dass die Frauen dann ihre Potenziale nicht leben können, weil wir haben ja super Bildungsabschlüsse und bis zu einem gewissen Grad kommen wir gut voran.

00:05:22: Und dann kommt der Einschnitt und das ist dann eben oft das erste Kind und es wird auch noch zu sehr unterschätzt wie die Einbahnstraßen oder die strukturellen Rahmenbedingungen so sind, dass wir in solche Einbahnstrasen oder Sackgassen geraten können?

00:05:40: Also, das hatte ich ja auch im Buch geschrieben.

00:05:42: Ich hätte mich ja auch nie irgendwie als Feministin früher bezeichnet und ... Ja, ich war ganz jung Weltpapierberaterin und natürlich dachte ich die Welt liegt mir zu füßen.

00:05:53: aber dann wenn solche Dinge passieren wie da noch eine zusätzliche Pflegeverantwortung, dann muss man erst mal schauen, wie man sich da freischaufeln und freistrampelt?

00:06:03: Ja!

00:06:03: Ich kann es sehr gut nachvollziehen.

00:06:06: und mir ging's ähnlich, als ich noch keine Kinder hatte sagte mir einen Freundin, die ein paar Jahre älter war und die schon Kinder hatte.

00:06:17: Ob eine Beziehung gleichberechtigt ist entscheidet sich wenn das erste Kind auch der Welt ist.

00:06:23: Und ich dachte, wo?

00:06:24: Habe ich gar nicht so verstanden!

00:06:26: Naja schwuppdi wupps Das erste Kind war da und ich wusste was sie meinte weil es so viele Entscheidungen zu treffen gibt und die kann man halt tatsächlich ja falsch treffen in dem Sinne indem man irgendwas wertet, aber indem man dann die Konsequenzen in dem Moment nicht erfasst.

00:06:46: Ja?

00:06:47: Der langfristige Blick ist halt ganz wichtig.

00:06:49: und es gab auch letztes Jahr das schöne Buch von der Sandra Rungen und Carline Wenzel hat Glückwunsch zum Baby sie sind gefeuert Und da hatten sie auch diese Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt zusammengetragen.

00:07:02: Es gab ja auch die Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, wo man wirklich das Ausmaß sieht also dass neunundsechzig Prozent der Wiedereinsteigerinnen, also der Frauen schlechte Erfahrungen machen, die Männer auch aber weniger weil Sie ja nicht so eine lange Elternzeit dann nehmen.

00:07:18: Und ja, man unterschätzt es.

00:07:20: und da gab's auch mal einen schönen Artikel als diese Petition damals von der Sandra Runge gestartet wurde.

00:07:26: Die hat auch eben angeregt dass dieses Diskriminierungsmerkmal für Sorgeverantwortung ins allgemeine Gleichbehandlungsgesetz aufgenommen wird.

00:07:37: Und da war man in der süddeutschen Sonno-Doppelseite und raus bist du.

00:07:41: Das habe ich auch ganz oft erlebt mit Frauen, dass dann nach der Elternzeit Aufhebungsverträge unterschrieben werden.

00:07:49: Manchmal ist es wirklich so, dass man nie mehr den Fuß im geregelten Arbeitsmarkt bekommt.

00:07:56: Dass zum Beispiel halt der Schritt in die Selbstständigkeit die einzige Möglichkeit bleibt um überhaupt beruflich wieder voranzukommen

00:08:05: Genau.

00:08:06: Du schreibst auch in deinem Buch, die Frauen verdienen im Grunde die Hälfte der man halb so viel wie Männer und das ist natürlich ein wichtiger Punkt wenn letztlich in der Erwerbsbiografie solche großen Unterschiede entstehen durch Diskriminierung aber auch tradierte Rollenverteilungen dass man praktisch dafür kämpfen muss, dass man anders zu machen oder naja, kämpfen ist das eine aber auch sich zu erklären.

00:08:37: Also selbst wenn es einmal so entschieden wurde dann ist es ja immer noch ganz.

00:08:43: also eigene Erfahrung auch nicht normal unbedingt sondern das ist auch nicht immer böse gemeint.

00:08:50: aber das sind halt die Bilder im Kopf und als Mutter muss man sich dann möglicherweise erklären

00:09:02: Das kann man sich auch gar nicht vorstellen, was es da alles noch an Stereotypen und eben veralteten Rollenbildern gibt.

00:09:11: Ich hatte eine Lesung in Kronberg wo dann sogar die Gleichstellungsbeauftragte erzählt hat, ich meine sie hat das ja öffentlich erzählt, dann kann ich das hier auch sagen dass im Kindergarten zu ihr gesagt wurde Sie wäre nicht genug präsent, also der Vater ist präsant und sie ist auch präsent.

00:09:27: Und selbst die Fachkräfte dann in den Kindertagesstätten da noch vielleicht so ein Rollenbild im Kopf haben wo sie denken nee Die Mutter musste jetzt noch ein bisschen mehr auftauchen.

00:09:39: Und da tut sich einfach viel zu wenig, gerade in ländlichem Gegenden wobei Grunberg kein ländliches Gebiet ist.

00:09:48: aber ich komme ja auch aus Aschaffenburg und wir haben noch den Spessart und es gibt das schon noch wie du sagst wahrscheinlich sehr viele Situationen auch in den Familien wo man sich erklären muss vielleicht auf den Schwiegereltern gegenüber und wo die Frauen einfach gucken müssen Ja, wie Sie da Ihr Ding durchziehen können ohne dann eben den Stempel aufgedrückt zu bekommen.

00:10:09: Sie würden die Kinder jetzt nicht priorisieren oder Ihre Karriere zu sehr in den Vordergrund stellen?

00:10:17: Ja und damit glaube ich ist es einfach auch

00:10:20: wichtig

00:10:21: an vielen Stellen Support zu leisten Rollenbilder in den Fokus zurück, weil Ich weiß nicht, wie es dir ging.

00:10:30: Aber ich hatte auch so das Gefühl mit einem Kind wird ein automatisches schlechtes Gewissen mitgeliefert eigentlich egal, wie man's macht.

00:10:39: Man hat entweder auf der beruflichen Ebene das schlechte Gewissen oder beim Kind.

00:10:43: Ich bin wirklich heilfroh, dass meine Kinder aus dem Grübsen heraus sind und sie mich halt nicht unmittelbar mehr brauchen.

00:10:51: Meine Tochter ist ja schon erwachsen, mein Sohn, der wird das jetzt aber ... Das ist eine sehr lange Zeit weil du auch noch mal dass mit dem Lebenserwerbseinkommen angesprochen hat ist.

00:11:02: Ich bin auch so.

00:11:02: dank bei die ganzen Studien, die über die letzten Jahre kamen wo man auch mal richtig diese Zahlen jetzt sieht und wo man eben dann nicht mehr sagen kann ja das sind ja alles individuelle Entscheidungen und die Frauen wollen ja eben länger bei den Kindern bleiben.

00:11:16: aber dass man eben diese ganzen Konsequenzen sieht und vor allem halt auf der finanziellen Seite diese Opportunitätskosten von Mutterschaft wie ich es im Buch auch genannt habe.

00:11:27: Da gab es neulich auch einen schönen Artikel.

00:11:29: Ich meine, in der Tat war die Eingangsfrage dann was machen Sie mit sixhundertsiebzigtausend Euro?

00:11:35: Weil in Westdeutschland sind halt sechshundertsebzig tausend ist der Betrag den eben die Männer mehr verdienen.

00:11:42: Im Osten ist es ein bisschen besser, also ein bisschen angeglichener auch bei dem Unterschied zwischen Frauen mit und ohne Kinder.

00:11:49: Da sieht man's halt ganz deutlich, dass ja da die Frauen schon aufschließen zu den Männern und die Unterschiede nicht mehr so gravierend sind.

00:11:57: Also klar liegt an der Fürsorgeverantwortung und dann eben an der Verteilung der Erwerbs- und Sorgearbeit.

00:12:07: Also man merkt einen Herz schlägt dafür als du jetzt gehört hast wer an wen der Nobelpreis für Wirtschaft geht, was hast du denn da gedacht?

00:12:17: Da bist du doch bestimmt auch.

00:12:19: Ja das war wirklich richtig toll.

00:12:21: also ich denke dass es auch der Sache dient und da auch noch mal vielen die Augen öffnet weil gerade jetzt Ich kann mich noch erinnern, so vielleicht im Jahr zwei Tausendzehn der Equal Payday.

00:12:32: Der ist, glaube ich, zweitausendacht nach Deutschland gekommen.

00:12:34: Ich meine das wäre so zum Jahr zweitausend zehn, zweintausend elf.

00:12:37: Da hatten wir an der Uni in Frankfurt eine Veranstaltung.

00:12:40: Da waren wirklich auch Männer da die dann diskutieren wollten und diese Lohnlücke klein rechnen wollten.

00:12:46: Und natürlich gibt es den bereinigten und den unbereinigten gender pay gap.

00:12:50: aber trotzdem haben wir einen unbereinnigten Auch und er ist auf Diskriminierung zurückzuführen.

00:12:56: Und ja, das hat wirklich Claudia Goldinger alles dargelegt und hoffe ich dass es einfach nochmal einen Schub gibt.

00:13:03: Und auch das Bewusstsein nochmal schärf gegenüber den Ungleichheiten.

00:13:08: Ja

00:13:10: Und du hast recht, mir begegnet das aber auch heutzutage immer noch.

00:13:15: Dass über den gender pay gap irgendwie departiert wird und dass in Richtung geschoben wird wo man sich sehr wundern muss weil das ist ja alles zahlen Datenfakten

00:13:29: Ja da gibt es wirklich ein ganz tolles Video von Teddy Farm Das zeige ich auch manchmal in meinen Kursen, wo Transmenschen in die Bewerbungsgespräche gehen.

00:13:41: Und es ist dann ein identischer Lebenslauf und einmal gehen sie halt als Frau, einmal als Mann ins Bewerbsgespräch.

00:13:48: Es ist wirklich so dass der Mann einfach mehr Angeboten bekommt und die Frau wird von Anfang an versucht zu drücken.

00:13:55: Da gibt's ja auch Untersuchungen je mehr Frauen in eine Branche kommen desto größer wird da der Lohnunterschied nicht, dass die Männer dann was abgenommen bekommen sondern das der Durchschnitt einfach sinkt weil jetzt viele Frauen reingekommen sind.

00:14:09: Die dann einfach ja durch Teilzeit zum Beispiel auch sowieso schon... Auch wir haben hier an Teilzeit GEP auch noch und so perpetuiert sich und reproduziert sich immer wieder das Ungleichgewicht.

00:14:24: Ja

00:14:25: genau!

00:14:25: Und beim Teilzeit-GEP Das ist ja unter dem auch dadurch, weil Frauen mehr unbezahlte Kehrarbeit machen versus Männer.

00:14:35: Also das was ich so mitgenommen habe ist ein Drittel versus zwei Drittel.

00:14:41: und einmal also wenn du das nochmal ausführen möchtest gerne, weil man sich auch gut merken kann

00:14:49: Ja.

00:14:49: Also, Achtundersächsundzwanzig Milliarden war in der letzten Statistischen Entwirkung also vom Statistischem Bundesamt die Zahl unbezahlter Arbeit in Deutschland.

00:14:58: es würde ein Drittel des Protoinlandsprodukts ausmachen wenn man diese unbezahlte Arbeit aufnehmen würde.

00:15:04: und ja das Frauenreferat Frankfurt hat da einen sehr schönen Flyer damals dazu gemacht wo so ein großer Ball auf dem Rücken der Frauen liegt und davon ist eben nur ein Drittel bezahlt und zwei Drittel ist die unbezählte Arbeit bei den Männern eben genau umgekehrt.

00:15:20: Und natürlich haben wir dann auch Probleme später, weil der Rente ist ja logisch.

00:15:26: also was mir am meisten Ausschuss ist der Child Penalty oder Child Penality Gap wo es eben darum geht dass man auch über den langfristigen Vergleich diese Einkommensunterschiede beobachtet und da schneiden Deutschland und Österreich am schlechtesten ab.

00:15:41: Am Anfang ist Österreich schlechter, aber nach zehn Jahren ist es wirklich so, dass wir in Deutschland noch minus einundsechzig Prozent haben und Österreich minus eineinundfünfzig.

00:15:51: Wohingegen so skandinavische Länder sind dann noch bei zwanzig?

00:15:55: Ist zwar jetzt auch eben kein Blumentopf damit zu gewinnen mit einer großen Lücke, aber dennoch signifikant weniger als bei uns dann.

00:16:06: Hat ich das auch am Anfang angeführt?

00:16:09: Also, ich war jetzt da in Vorarlberg eingeladen.

00:16:11: Da ist auch der gender pay gap am höchsten in Österreich und da sind eben auch noch so erländliche Strukturen traditionelle Rollenbilder Und das sind eben Themen die sich auch mit der Finanzbildung nicht ändern lassen.

00:16:23: Sondern da geht es ja um Normen, um Einstellungen, um Ja, da kommen wir bestimmt auch noch später kurz darauf zu sprechen

00:16:31: Genau!

00:16:32: Was damit ja auch zusammenhängt wenn du diesen Rucksack der Frauen genannt hast, die sogenannte Brotdosenverantwortung, die dir glaube ich auch Twitter begegnet ist und wie du dann gerne aufgenommen hast.

00:16:49: Also

00:16:50: wer ist oder fühlt?

00:16:52: Und das ist ja nochmal ein Unterschied!

00:16:54: Wer isst oder fühlts sich verantwortlich für neue Schuhe, für Zahnarzttermine, für die ganzen Themen, die unter dem Dach eigentlich Mental Load bekannt sind?

00:17:06: jetzt ist dieser Begriff Mental Load in einigen Reisen durchaus bekannt, aber so in der Breite der Bevölkerung vielleicht nicht unbedingt.

00:17:15: Aber da kommt dann das Thema Brotdosenverantwortung.

00:17:19: ist vielleicht sofort klar was gemeint ist?

00:17:22: Ja definitiv also es wird besser wobei letztes Jahr im Sommer hatte ich eben auch noch eine Gleichstellungsbeauftragte die gesagt hat Inso-Kur-Kliniken waren Abfragen in So-Mütter und Kindkuren Mütter nicht kannten, die wussten nicht was mental load ist und es wurde jetzt auch zum ersten mal eigentlich wissenschaftlich operationalisiert.

00:17:43: Dieses Jahr im Sommer kamen die Vermächtnisstudie und da wurden einundzwanzig Verantwortungsbereiche erfragt und davon waren eben drei lediglich den Männern vorbehalten.

00:17:53: also die Frauen fühlen sich oder sind für neunzehn Prozent der Verantwortungsbereich zuständig.

00:18:01: Da waren ausgerechnet natürlich die Finanzen dabei.

00:18:04: Also das waren Reparaturen, Handwerker und Finanze.

00:18:07: Und da muss man halt auch noch mal schauen.

00:18:09: klar, Financen.

00:18:10: wenn jetzt der Financial Load also wenn jetzt den Vater eher eben diese Ernährungsrolle einnimmt oder ernährende Funktion in der Familie hat dann ist es ja häufig eben so dass leider auch noch oft dieses Thema Finanzplanung oder eben Vorsorgeplanung, Vermögensaufbau dann auch noch abgegeben wird.

00:18:36: Und da wird es dann ganz ungemütlich zum Teil, gerade wenn jetzt was schief geht in einer Ehe.

00:18:42: Weil wenn ich gar nicht weiß, was wir alles für Verträge haben wie wir finanziell aufgestellt sind, dann merke ich im Zweifel ja auch gar nicht ob da irgendwas an mir vorbei weggeschafft wurde oder umgeleitet und so weiter.

00:18:57: Das sagen auch Familienrechtsanwältinnen.

00:19:00: Ja, das ist irmenöse Geld.

00:19:01: Das dann überall fehlt.

00:19:03: Weil schon vorzeitig die Schritte vielleicht in die Wege geleitet wurden?

00:19:09: Und es ist natürlich ein sehr unschönes Gefühl.

00:19:12: Das verstärkt dieses Gefühl ... Was ich auch oft kenne.

00:19:16: Sich dumm fühlen oder schlecht gewissen, dass man sich nicht gekümmert hat.

00:19:23: Das stimmt ja!

00:19:25: Dass man da möglicherweise mal eine falsche Entscheidung getroffen hat Das

00:19:30: kommt noch dazu und ist um der Gräb.

00:19:31: dann auch wiederum die Selbstwirksamkeit.

00:19:34: Ganz schwierig, ja?

00:19:36: Genau!

00:19:37: Und was ich auch interessanterweise von mehreren Vätern schon gehört habe – die jetzt ältere Kinder haben also im Grunde so an der Erwachsenenstelle sind -, dass sie ganz selbstkritisch reflektiert haben, dass Sie mit dem Sohn anders über Geld gesprochen haben als über die Tochter.

00:19:57: Das ist ja interessant,

00:19:58: ne?!

00:19:59: Und das ist super interessant.

00:20:02: Es ist leider dann vielleicht fast ein bisschen spät, aber immer noch mal anfangen.

00:20:08: Aber das finde ich auch nochmal wichtig für alle die da so ein bisschen sensibilisiert sind.

00:20:15: es ist unglaublich wertvoll dass auch sozusagen von der Elterngeneration an die Töchter zu geben und wie gesagt zwar anekdotisch, aber es kam mir sozusagen gehäuft vor und unter dass da irgendwie eine Haltung ist die es irgendwie nicht selbstverständlich erscheint dass man in Töchtern auch finanzielle Bildung mit auf den Weg.

00:20:45: Ja, das ist total spannend.

00:20:46: Da gab es auch noch jahrelang eigentlich immer Studien, dass die Mischen sogar weniger Taschengeld bekämen.

00:20:52: aber das wurde dann vom BEW eigentlich wiederliegt.

00:20:55: Ab und zu werden die Studien nochmal rausgekramt.

00:20:58: Aber grundsätzlich sagen ja viele Eltern mein eines Kind machte so ein anderes Andes mit dem Geld Obwohl sie schon ähnlich erzogen wurden oder die Finanzerziehung vielleicht auch ähnlich war.

00:21:12: Es kann schon sein, dass da auch dann eben so unbewusst Unterschiede gemacht werden die einem dann hinterher erst auffallen.

00:21:21: Das denke ich auf jeden Fall.

00:21:22: aber es gibt auch viele Frauen mit denen ich arbeite die sagen meine Mutter hat immer gesagt mach dich nie von einem Mann abhängig oder bleibe unabhängig verdient immer dein eigenes Geld.

00:21:33: also da wurden schon auch solche Botschaften den Frauen an die Hand gegeben.

00:21:41: Ja, ich finde es einfach immer total spannend so in die Familiengeschichte mal hinein zu gucken.

00:21:47: Dass man auch so herausfiltern kann und auch spürt ja warum gehe ich jetzt so oder somit Geld oben?

00:21:53: Und warum meine Schwester oder mein Bruder eben so oder so?

00:21:56: Wie war das bei meinen Eltern?

00:21:58: Wo sind da die Wurzeln?

00:22:00: Also wie beim Eisbergmodell muss sich einfach die Mühe machen bisschen tiefer zu graben und ein bisschen weiter nach unten zu schauen um dann ja da auch Antworten zu finden.

00:22:11: Ja, genau weil da reicht dann Finanzwissen alleine nicht.

00:22:16: wenn ich versteckte Glaubenssätze habe die mich daran hindern das Finanz-Wissen auch anzuwenden.

00:22:22: Dann

00:22:25: braucht es dass

00:22:25: sich damit auseinandersetzen.

00:22:27: wie denke ich über Geld?

00:22:29: Wie bin ich mit Geld aufgewachsen?

00:22:32: was haben meine Eltern mir mitgegeben?

00:22:34: hilft das oder darf ich mich vielleicht weiterentwickeln?

00:22:39: Das ist ein ganz wichtiges Thema.

00:22:40: Da habe ich ja meine Dissertation auch dazu geforscht, wo ich eben geguckt hat wie die Geldsozialisation in den Familien aussieht oder wie der Umgang mit Geld aus der Lebensgeschichte heraus entstanden ist und das fand ich total spannend.

00:22:54: Also es war wirklich so ein ganz spannendes Forschungsfeld auch da zu gucken, wie die Unterschiede zustande kommen.

00:23:03: Zu dem Glaubenssätzen ist mir noch einfach, bei Multiplikatoren, gerade zum Beispiel in der sozialen Arbeit oder auch im Gesundheitswesen.

00:23:13: Da ist ganz häufig der Glaubenssatz Geld ist die Wurzel allen Übels und der ist auch schwer auszurotten.

00:23:21: Da muss man schon ganz schön dagegen anarbeiten um da ein positives Geldbewusstsein zu schaffen.

00:23:28: weil klar wenn ich so negativ über Geld denke, dann ist es auch schwierig mit Geld gut umzugehen.

00:23:35: Das Geld gut für mich arbeiten zu lassen oder halt auch investieren anlegen zu lernen etc.

00:23:42: Genau das stimmt.

00:23:45: jetzt stehen bei deinem Buch die Mütter im Fokus und ich habe irgendwo gelesen, korrigiere mir nicht wenn das falsch ist dass du ursprünglich mit dem Cover gar nicht so glücklich warst weil der Kinderwagen geht auf den Freilich nach unten.

00:24:02: Ja, ich fand es wirklich

00:24:05: schlimm.

00:24:07: Wenn du jetzt fünf Dinge sagen müsstest die du Müttern ans Herz legst was wäre das?

00:24:16: Also anlegen lernen also bevor man halt schon auch Kinder bekommt dann eine gerechte Rollenverteilung.

00:24:22: das ist auch schon in der Phase bevor das King Dice auch früh über Geld sprechen in der Partnerschaft.

00:24:28: Und da kann man auch schon, auch noch ohne Kinder an den Mentalode denken.

00:24:33: Auch da schon mal schauen wie ist der verteilt?

00:24:35: Es gibt auch Mentalode-Tests von der Initiative Equal Care Day und von Joe Lücke.

00:24:40: die kann man ausführen und dann mal schauen.

00:24:42: Den gibt es auch als Mentalode at work Test.

00:24:46: also bei der Arbeit ist es oftmals auch so dass da eben ja wer räumt die Spülmaschine aus oder wer geht's die Blumen das sich so automatismen einschleichen Dann aber auch Ansprüche zurückfahren.

00:24:58: Also ganz häufig ist ja diese Geldbotschaft erst die Arbeit dann das Vergnügen, dass man da vielleicht mal fünf Gerades sein lässt und sich seine Pause vorhergönnen kann bevor man irgendwie total erledigt ist.

00:25:13: Und dann geht es natürlich an diese Geldthemen.

00:25:16: Wichtig ist eben Steuerklassenwahl wenn man verheiratet ist.

00:25:19: Wenn man unverheiradet ist.

00:25:20: ein Partnerschaftsvertrag Das sind einfach so essentielle Themen.

00:25:26: Und

00:25:27: ich möchte auch schon noch die Frauen bestärken, ihre Erwerbsbiografie als eigenen Schatz zu hegen weil wir haben alle uns Mühe gegeben

00:25:36: um

00:25:37: die Ausbildung gut abzuschließen oder das Studium und dann wollen wir ja auch unsere Potenziale lieben können.

00:25:46: Definitiv!

00:25:48: Vielleicht ist da der erste Schritt, sich selbst die innere Erlaubnis auch zu geben.

00:25:53: Dass die eigenen Potenziale nicht ganz hinten stehen?

00:25:56: Ja genau!

00:25:58: Auch immer so ein bisschen gesunder Egoismus.

00:26:00: muss man den Müttern auch manchmal sagen ja weil sie halt immer die Familie an erster Stelle stellen und sich dann selber manchmal aus den Augen verlieren.

00:26:10: Ja in einem Buch schreibst du wie viele Väter stellen sich ernsthaft die Frage ob sie ihre Karrierepläne und Arbeitszeiten über die Familie stellen dürfen.

00:26:22: Und da finde ich wieder so deutlich, dass es wirklich absurd ist sich das vorzustellen und umgekehrt ist es aber wieder normal.

00:26:29: Da merkt man ja immer die Ungleichheit wenn man was umdreht und das so absurd erscheint.

00:26:38: Das passiert jetzt nicht glaube ich.

00:26:40: Wenn

00:26:41: zumindest noch nicht!

00:26:42: Bei den Frauen ist es eher an der Tagesordnung Und das zeigt, dass wir da auch durchaus einen großen Schritt von einer Gleichberechtigung entfernt sind.

00:26:53: Dass man sich halt wirklich revapnet also, dass man nicht blind links dann in diese Fallen hineingeht sondern oder denkt ja mein Mann ist anders und bei uns läuft es ja alles toll Sondern dass man Ja auch mit negativen Konsequenzen oder mit langfristigen Folgen von den langen Erwerbsunterbrechungen sich auseinandersetzt.

00:27:14: Und natürlich am besten möglichst früh, aber das ist dann immer doof wenn man schon weggegangen ist.

00:27:22: Ich würde sagen es ist nie zu spät.

00:27:24: Man kann immer

00:27:26: wieder einhaken und kann immer noch mal neu schauen.

00:27:30: können wir das sich nochmal anders verteilen, die Prioritäten vielleicht nicht nochmal anders setzen?

00:27:38: Und das ist auch, wenn ich dich kurz unterbrechen darf.

00:27:40: Ich finde es auch ganz wichtig für die Qualität der Partnerschaft oder der Beziehung weil Wenn da keine Augenhöhe dann gegeben ist oder dieses finanzielle Ungleich Verhältnis in ungleichem Machtverhältnisse auch umkippt ja Dann ist es oft auch schon viel zu spät.

00:27:57: dann um die Beziehungen zu retten.

00:27:58: und Ja Das finde ich einfach ganz ganz wichtig dass man da immer dagegen steuert, auch Aushandlungsprozesse durchzieht.

00:28:07: Also diese Dinge müssen zum Teil halt auch innerhalb der Partnerschaft erarbeitet und erkämpft werden sozusagen.

00:28:14: Dann darf man auch nicht ja so ein falsches Harmoniebedürfnis haben sondern wenn einem die Beziehung am Herz liegt dann muss man das sehr langfristig sehen und da einfach gemeinsam gute Wege finden.

00:28:28: Ja Wenn du sagst Steuerklassenwahl, Partnerschaftsvertrag dann ist so meine Sicht der Dinge dass das ganz oft auch mit Romantik verwechselt wird diese Themen mal eben zu skippen und darüber hinwegzusehen.

00:28:51: Was würdest du da nochmal im Detail raten?

00:28:55: Also hat es was mit Romantik für dich zu tun?

00:28:58: oder ist ja auch so?

00:29:00: Ehevertrag, dass es ja auch als unromantisch verschrien kann aber wirklich entscheidend sein je nach Situation.

00:29:07: Ich sage immer wer keinen Ehe-Vertrag hat, hat trotzdem einen nämlich den gesetzlichen... Klar!

00:29:12: Mit dem Staat und wenn er passt nicht

00:29:14: gut?

00:29:15: Aber wenn er halt nicht passt, dann ist das nicht gut.

00:29:17: Ja also

00:29:20: einerseits sag ich Geld und Liebe trennen weil ich halt eben Ja, schon viele Jahre jetzt auch mit Frauenzusammenarbeit und es gibt zum Beispiel die Initiative Bürgschaftsgeschädigte der Frauen.

00:29:34: Also es passieren schon viele Dinge wo ja, mit denen man sich vielleicht vorher nicht auseinandergesetzt hat, wo man einfach zu gutgläubig ist oder dann Schulden für andere macht.

00:29:45: in migrantischen Kreisen werden innerhalb der verwandtschaftlichen Beziehungen öfter Schulden für die Verwandten übernommen, da muss man wirklich irgendwie trennen lernen.

00:29:57: Und auf der anderen Seite finde ich das ja schon eigentlich total romantisch wenn man so sein Leben langfristig plant und guckt ja wo wollen wir hin?

00:30:06: Was haben wir denn gemeinsam für Ziele?

00:30:09: Es geht ja ums ganze Leben beim Geld und deswegen finde früh genug auch drüber sprechen und da eben alle Karten auf den Tisch legen.

00:30:18: Und schauen, wie man da gemeinsam vorankommen?

00:30:21: Man kann sich ja auch gegenseitig aufhelfen sozusagen.

00:30:25: oder wenn man jetzt zum Beispiel gesehen hat okay... Da hat sich ein Rollenbild eingeschlichen das erstens mal der Partnerschaft vielleicht schadet und dann aber auch noch die Erwerbsbiografie der Frau.

00:30:41: Ist es eigentlich auch im Sinne des Partners, dass er sagt ich muss jetzt gucken wie ich meine Frau da entlasten kann oder meinen also das ist eigentlich der falsche Ausdruck.

00:30:50: Das ist so.

00:30:51: das alte Denken habe ich auch manchmal noch drin sondern Ich muss jetzt meinen Anteil eben übernehmen damit meine Frau jetzt auch wieder durch starten kann und das finde ich ganz wichtig Definitiv.

00:31:04: Ich finde auch, man kann es ins romantische umdrehen und dann einfach die Perspektive wechseln und ja langfristig gemeinsam zu denken ist sehr romantisch würde ich auch

00:31:14: so sagen.

00:31:18: So jetzt passiert's ja auch nach Jahren von Unterhättigkeit auch auf politischer Ebene mal was?

00:31:25: Also, im Jahr zwei tausend acht hat die OECD dazu aufgerufen dass jedes Land bitte eine Nationale Strategie zur Verbesserung der Finanzbildung entwickelt und viele Länder sind der Bitte oder Forderungen nachgekommen, Deutschland bisher noch nicht.

00:31:42: Bis es vor knapp einem Jahr, also Ende zwanzig-zweiundzwanzig dann doch auch angekündigt wurde zunächst für ökonomische Bildung.

00:31:51: jetzt ist der Fokus aber auf Finanzbildung

00:31:54: Und

00:31:55: da sind das BNBF, das Finanzministerium und das BMBF Ministerium für Bildung und Forschung dabei tatsächlich eine nationale Strategie zur Verbesserung der Finanzbildung zu entwickeln.

00:32:13: Was sind aus deiner Sicht jetzt die Erfolgsfaktoren damit diese Initiative erfolgreich wird?

00:32:22: Wie du es schön gesagt hast, man hat wirklich gar nicht mehr damit gerechnet.

00:32:25: Wir waren da gerade letztes Jahr dann auch auf einer Ertagung und dann irgendwie am Wochenende kam diese Meldung, dass jetzt also erst sollte ja diese ökonomische Bildung gestärkt werden.

00:32:36: aber jetzt ist das nach den OECD-Empfehlungen eine nationale Finanzbildungsstrategie die aufgesetzt wird.

00:32:43: Ich finde es einfach toll, was geschieht und dass der Staat sich den Hut aufsetzt Weil es gibt natürlich schon seit Jahren sehr, sehr viele Initiativen.

00:32:53: Also ein richtiger Markt auch für Finanzbildungsprogramme und aber das dann eben jetzt auch eine Qualitätssicherung da reinkommt.

00:33:04: Das finde ich ganz wichtig!

00:33:05: dass auch geguckt wird, wer braucht es denn am dringendsten?

00:33:10: Also das jetzt nicht mit dem Gießkannen-Prinzip versucht wird da die finanzielle Bildung zu stärken sondern ganz gezielt auch spezielle Zielgruppen gefördert werden.

00:33:20: Was in Bayern ganz gut läuft, das heißt Schule fürs Leben wo auch eine Projektwoche dann stattfindet ist auch wirklich Pflicht.

00:33:27: also das müssen die Schulen

00:33:29: eben anbieten.

00:33:31: und

00:33:32: Also da geht es um alle möglichen Themen, auch auf Nachhaltigkeitskompetenzen, Alltagskompetencen aber auch eben Verbraucher- und Finanzbildung.

00:33:40: Und ja in so einem größeren Rahmen wünsche ich mir das dass es auch eingebettet wird vor allem eben halt klar Ich bin ja Soziologin, ich plädiere für eine socioökonomische Bildung.

00:33:52: Um dann nicht wiederum halt Strukturfaktoren oder strukturelle Probleme, die wir ja in der Gesellschaft auch haben weiter auf die Schultern des Einzelnen zu verlagern und zu individualisieren.

00:34:05: Gerade jetzt bei Thema Frauen und Finanzen wo es dann eben immer hieß Ja, die Frauen sollen sie mehr arbeiten obwohl Sie diese ganze unbezahlte Arbeit übernehmen oder sie wollen gar keine Karriere machen Und du kennst ja diese ganzen Sprüche Wo dann letzten Endes noch gesagt wird, vielleicht ja gut.

00:34:25: Dann sind Sie selber schuld wenn sie in der Altersarmut kommen.

00:34:29: da hätten sie besser aufpassen müssen und da muss man ja auch gucken.

00:34:33: es gibt jetzt gerade ist ein schönes Video herausgekommen vom DIW zur Steuerklassenwahl.

00:34:39: Wenn du so Show-Nodes machst, könnten wir das darunter verlinken.

00:34:41: Das finde ich total super!

00:34:43: Was man auch noch mal sieht, was überhaupt diese Steuerklassenkombination III und V für desaströße Auswirkungen haben kann?

00:34:50: Wir haben ja schon seit so vielen Jahren diese Möglichkeit viel mit Faktor zu wählen.

00:34:55: Und wenn die Familien das nicht wissen dann ist es schwierig.

00:34:59: Solche Themen, auch Gleichstellungsthemen hoffe ich mir natürlich auch dass sie in die Finanzbildungsstrategie einfiesen.

00:35:06: also das wäre ganz breit gefasst, aber das Bildungsministerium hat schon auch signalisiert dass es dieses Thema ja groß denken möchte und jetzt nicht nur rein eben auf Finanzplanung oder Geldanlageversicherung und Steuern usw.

00:35:26: sondern eben aus einer Lebensverlaufsperspektive heraus dann sehen will.

00:35:32: Genau weil das Leben ist lang Die Babys kriegen dann schon ihre erste Steueridentifikationsnummer, wenn sie ein paar Wochen alt sind.

00:35:43: Kommt schon vorst vom Finanzamt und dann ist im Grunde je nach Lebensereignis sind dann unterschiedliche Finanzthemen relevant.

00:35:52: also

00:35:52: genau

00:35:52: daher macht es einfach Sinn das dann auch mitzudenken Und dafür aber breit Aber dann eben zielgruppen spezifisch auf die Lebensphasen auch wirklich ausgerichtet.

00:36:09: Ja

00:36:09: und es ist ja auch wirklich so, also meine Dissertation der heißt ja auch das Hochgeld- und Lebensgeschichte.

00:36:15: Und es ist schon so wie ich heute mit Geld umgehe hat's natürlich Auswirkungen.

00:36:20: Ich habe das dann so herausgearbeitet auch der Umgang mit Geld aus Co-Autoer der Lebensgeschichten.

00:36:26: Also das soll jetzt nicht zu individualisierend klingen sondern Natürlich sind wir in die Strukturen eingebunden aber trotzdem müssen wir uns irgendwie zu dem Stellen, wie wir stehen.

00:36:38: Also sonst kann ich gleich den Kopf in den Sand stecken und sagen also ich bin ja zum Beispiel auch ein Facharbeiterkind da hätte ich ja auch dann sagen können nee ich mache jetzt halt meine Ausbildung und dann kennst du ja auch den Spruchschuss der bleibt bei deinen Leisten und mehr ist halt für mich nicht drin.

00:36:57: Aber wenn ich weiterdenke und schaue, was kann ich aus meinem Leben machen?

00:37:01: Natürlich spielt dann auch das Geld da eine Rolle.

00:37:04: Und natürlich muss ich mich für ein paar Jahre einschränken können oder dann wissen, wo ich einen günstigen Studienkredit bekommen oder wie ich mir diese Zeit spanne so über Brücke, dass es auch möglich ist, dass ich halt studieren kann – auch wenn's jetzt vielleicht nicht so vorgesehen war von zu Hause aus!

00:37:26: auf jeden Fall.

00:37:27: Und ich finde, es geht da auch wieder so um informierte und bewusste Entscheidungen und erstmal die Möglichkeit sehen, um sich dann bewusst dafür oder dagegen zu entscheiden.

00:37:39: Das ist ja in Ordnung wenn sich jemand anders nicht dafür entscheidet aber überhaupt mal zu wissen hey das ist jetzt nicht der Weg ist für mich vorgesehen und ich kann nichts anderes machen sondern dass ich die Optionen nicht habe Und ich richte mich jetzt mal für die entscheidend und vielleicht entscheide ich mich nochmal um.

00:37:57: Vielleicht auch nicht, ja immer!

00:37:58: Aber das ist ja finde ich so.

00:38:00: das Wichtige, ne?

00:38:01: Dass

00:38:02: man die Perspektiven hat und dass man weiß es gibt in Bayern eine schöne Initiative, die heißt Werde-Professorin.

00:38:09: Also, dass die Mädchen nicht nur denken, ich werde mal Lehrerin sondern dass sie gleich größer denken und sagen Ja warum nicht?

00:38:17: Ich probiere das mal und gehe so einen wissenschaftlichen Weg Da finde ich das ganz wichtig, dass immer wieder die Perspektiven aufgezeigt werden oder dass es dann so Tandems gibt mit Role Models und der Mentoringprogramme einfach um da auch ein Stück des Weges zu begleiten und zu unterstützen.

00:38:41: Ja!

00:38:41: Also wir sind gespannt, was seitens der Politik noch kommt.

00:38:46: Im Moment sieht es ja alles sehr positiv aus.

00:38:48: Es ist allerdings auch noch sehr viel zu tun muss man auch sagen.

00:38:52: Ein

00:38:54: Stück Arbeit und hoffen wir mal dass das mit der Dynamik so weitergeht und da ein schöner schönes Ergebnis rauskommt.

00:39:04: also dass finanzielle Bildung eher normal wird als die Ausnahme.

00:39:10: Ja Und einen Faktor noch, ich weiß gar nicht ob wir das jetzt noch richtig ausgeführt hatten.

00:39:16: Diese non-kognitiven Dimensionen des Umgangs mit Geld, dass die auch da bedacht werden weil viele von den Finanzbildungsprogrammen richten sich ja am Wissen aus an der Bildung klar aber wie gesagt auch beim Eisberg Modell nochmal ein bisschen tiefer schauen und da auch so tieferwurzelte Gewohnheiten in dem Blick neben Normen hinterfragen Stereotypen erkennen und hinterfagen um dann halt auch das eigene Finanzverhalten beeinflussen zu können und eben ja, auch neu ausrichten zu können wenn es notwendig ist.

00:39:50: Auch in die Umsetzung zu kommen also gerade die Vermeidungsstrategien im Bezug auf Frauen und Finanzen da sind so viele Berührungsängste da

00:39:58: Hürden,

00:39:59: die gar nicht da sein müssten weil eigentlich die Frauen mehr wissen als sie denken und da eben das finanzielle Selbstvertrauen fehlt.

00:40:09: Das höre ich auch oft, dass im Grunde die Aussage beides war jetzt.

00:40:17: Ich bin kreativ und habe mit Finanz nichts am Hut.

00:40:21: Und das kann man ja auch wieder weiterentwickeln im Sinne von ich bin krativ und deshalb hab' ich grundsätzlich in meinem Budget einen Posten für Kreativität, spontane Ausflüge... Kunstgeschichte, was weiß ich?

00:40:40: Weil wir müssen gemeinsam dieses Thema Finanzen aus dieser grau- und traurigen Ecke holen.

00:40:48: Und mit der Individualität verknüpfen und dann sagen das kann auf einmal auch bunt sein.

00:40:59: meine Individualität nochmal fördern, weil es mich entlastet.

00:41:03: Weil ich jetzt auch einmal freier denken kann, weil ich sorgenlos geworden bin

00:41:08: und

00:41:09: das finde ich auch... Das ist auch bei uns ganz wichtig.

00:41:14: dieses nicht entweder oder.

00:41:17: Ich bin kreativ und deshalb kann ich auch nicht mit Finanzen umgehen sondern bis aufzulösen sagen hey, Finanze begleitet nicht sowieso.

00:41:25: also Nee, das hast du schön gesagt und halt auch dieses Geld aus der moralischen Falle herausholen wo es dann auch oft reingesteckt wird.

00:41:35: Und dass man da ja so positiv über Geld denkt und die Gestaltungsmöglichkeiten auch sieht.

00:41:42: natürlich heißt es nicht, dass wir dann vor allem Ungleichheiten die Augen verschließen sondern gerade erst recht ich mein grad im Bereich nachhaltige Geldanlage gibt auch Möglichkeiten sogar eine Wirkung zu erzielen, sagt man auch nicht überschätzen.

00:41:59: Mit unserem Konsumverhalten machen wir da wahrscheinlich einen größeren Impact aber dennoch kann ich da schon auch Wert darauf legen und da gucken das meine Geldanlage zumindest halt keinen Schaden anrichtet.

00:42:12: und ja wenn ich es geschickt anstelle kann ich auch eine gute Wirkung erzielt.

00:42:18: Definitiv und da ist ja in den letzten Jahren auch ganz viel passiert.

00:42:22: Und wird sich wahrscheinlich

00:42:23: nur mit dieser Dynamik

00:42:25: weiterentwickeln, also da bin ich mir sicher.

00:42:28: Und somit genau mit diesen ganzen Bausteinen wäre es super wenn dieses Thema Finanzen nicht mehr so gebrannt markt ist sondern wirklich als unterstützter Begleiter im Leben sehen wird dass wir uns damit auseinandersetzen und gewisse Grundkenntnisse haben, informierte und bewusste Entscheidungen treffen aus Fehlern lernen.

00:42:57: Ich sage immer jeder von uns hat finanzielle Fehler gemacht ob jetzt kleine oder große.

00:43:01: Irgendwann ist uns irgendwas aufgefallen, hätte ich vielleicht anders gemacht.

00:43:05: aber auch so mit dieser Haltung da durchgehen und sich nicht verkriechen und sagen nee ich kann das nicht oder so sondern... Das passiert uns allen.

00:43:19: Das Thema Geld und Mütter, Kinder sind sowas Wunderbares.

00:43:28: Optimalerweise plant man es frühzeitig?

00:43:33: Wie geht die Erwerbsbiografie weiter?

00:43:36: Wie ist mein Verhalten zu Geld, zu meinen Finanzen?

00:43:41: Was möchte ich wie gestalten in meinem Leben.

00:43:45: Und dann ist es ja nochmal so, ich sag's jetzt hier an dieser Stelle noch mal.

00:43:49: Es geht ja nicht unbedingt darum das jetzt einwie gut ist und der andere schlecht aber es ist wichtig dass die Konsequenzen bekannt sind.

00:43:58: Ja Dann weiß kann ich mir das leisten will Ich mir das leisten können wir das anders auf?

00:44:04: also dass es Möglichkeiten gibt

00:44:06: ja immer auch den worst case mit einplan.

00:44:09: weil ich habe ja auch In diesem Buch und auch in meiner Desertation hatte ich zum Beispiel eine Frau, die halt dann durch die Trennung die Schulden ihres Ex-Mannes übernommen hat.

00:44:20: Weil sie gebögt hat.

00:44:21: Und jetzt habe ich eben eine Interviewpartnerin, womit fifty sechs der Mann einfach tot umgefallen ist.

00:44:27: Und sie hat diesen schönen Satz gesagt man zieht es nicht ins Kalkül weil sie ist auch Betriebswirtin Sie kennt auch die Zahlen oder sie weiß eigentlich alles.

00:44:37: Und trotzdem rechnet man natürlich nicht mit dem Fall der Fälle oder mit dem Allerschlimmsten, aber man muss doch vorbereitet sein.

00:44:45: Ja

00:44:46: genau und das gibt dann umso besseres Gefühl wenn

00:44:52: Ja, da beginnt ja dann eigentlich erst die Freiheit.

00:44:55: Wenn ich gut abgesichert bin und wenn ich Vorsorge getroffen habe aber auch meinen Vermögensaufbau in die Wege geleitet hab also das wird ja mit jedem Jahr besser.

00:45:06: Das funktioniert ins Effekt und die Freiheit kommt ja dann wirklich mit jedem Tag und wenn man so eine eher negative Geldeinstellung hat, dann denkt man eben eher so ja heute ist heute Und jetzt bin ich frei und weiß, was im Rentenalter ist.

00:45:24: Aber in Prinzip wenn du dir dann die Lebensverläufe von den verschiedenen Personen anguckst sie einen achten eben darauf und treffen Vorsorge und bauen ihr Vermögen auf die anderen machen es nicht.

00:45:36: Dann sieht man halt nach dreißig Jahren den Unterschied logischerweise.

00:45:40: Ja da gibt's ein ganz tolles Beispiel von der Hauskäuferdisziplin, wo man gezeigt hat dass Leute die auch Immobilien erwerben einfach im Alltag weniger konsumieren und da mehr auf die hohe Kante legen weil es könnte ja mal das Dach kaputt gehen zum Beispiel oder immer braucht eine neue Heizung.

00:46:00: Und sie haben dann einfach zu ihrem immobilen Vermögen Gelder angespart oder angelegt, die sie ja vielleicht auch weiter vererben können an Kinder, wenn welche da sind.

00:46:14: Und bei den anderen ist halt eher dieses kurzfristigere Denken vorhanden.

00:46:19: Ja, man lebt nur einmal und heute ist heute aber ich muss trotzdem auch umwärmen alle unsere Rentenlücke nicht nur die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen gibt sondern Wir haben alle unsere persönliche Rentenlücke, wo wir doch frühzeitig anfangen sollten da mal hinzuschauen und dagegen zu steuern.

00:46:39: Ja definitiv!

00:46:41: Und das hat dann auch wieder so mit Zielen zu tun.

00:46:44: Wenn ich keinen Ziel habe, ist es natürlich nicht so motivierend.

00:46:47: Warum soll jetzt verzichten?

00:46:49: Wofür eigentlich?

00:46:50: Und wenn ich dann vor der Rentenlücke die Auge verschließe und denke, ich kenne mich nicht aus und wer weiß... Das heißt Ja, es ist einfacher wenn man mit einem inspirierenden Ziel zur Verknüpfung...

00:47:05: Auf jeden Fall.

00:47:06: Genau.

00:47:07: Und auch dieses ganze Verzichtdenken da kann man ja auch wegkommen davon.

00:47:12: Das haben wir eigentlich in Corona gesehen wie wenig wir vielleicht brauchen um zufrieden und glücklicher zu sein und dass die Beziehungen zählen, beziehungsqualität hatten wir schon angesprochen aber natürlich auch Beziehung zu unseren Freunden oder auch zu den Kindern Das spielten ja so viele Faktoren hinein.

00:47:30: Ich wollte auch noch ganz kurz ergänzen, also einerseits klar finde ich schon die Erwerbsbiografie ist ein Schatz gerade wenn ich jetzt einen Bildungsweg eingestritten habe und dann eben auch was draus machen möchte.

00:47:42: Und ich möchte aber nicht in diese Erwerbstarbeitszentriertheit oder in diesen Vollzeitfalle da, die von der politischen Seite auch schon seit ein paar Jahren propagiert wird dann hineinkommen, weil die Zahlen zeigen eigentlich schon dass die Familien eher Teilzeit arbeiten möchten.

00:48:04: Sie wollen schon Raum haben und es geht nicht darum die Kinder einfach nur weg zu organisieren.

00:48:09: wir wollen auch Zeit mit unserer Familie verbringen Und ja, da bläde ich schon auch nochmal für den politischen Blick.

00:48:16: Dass man da sagt okay wir entlasten jetzt die Familien und machen eben Familien Teilzeit und vielleicht auch mit einem Lohnausgleich zumindest aber das Teilzeit fallen nicht mehr so diskriminierend dann einschneiden können wie es jetzt der Fall ist oder dass auch Führung geteilt werden muss.

00:48:36: Da sind schon noch sehr viele Hürden und noch ein paar Baustellen wo auch die Wirtschaft ein bisschen mehr ihre Hausaufgaben machen könnte.

00:48:46: Und es gibt ja gute Beispiele, ne?

00:48:48: Es gibt ja durchaus immermehr auch Co-leads sozusagen

00:48:54: und... Das macht auch Mut, ja!

00:48:55: Ja

00:48:56: das macht Mut.

00:48:57: Das ist doch ein schöner Schlusssatz bzw.

00:49:02: lebt dir noch einen Thema im Herzen was du jetzt noch los werden möchtest?

00:49:09: Nein, ich denke wir haben so sehr viele wichtige Themen abgedeckt.

00:49:13: Vielleicht noch analog zum sogenannten magischen Dreieck der Geldanlage wo es um rendite Sicherheit und Liquidität als widersträbende Ziele geht finde ich halt dass man auch nochmal guckt und vor allem auch Männer dieses gute Leben das man schaut als magisches dreieck des guten Lebens Zeit, Geld und Sinn.

00:49:33: Und viele Männer sagen ja dann Ja ich hatte zu wenig Zeit für die Kinder.

00:49:38: Und bei den Frauen ist es dann vielleicht so, dass sie sagen, Sie haben das Geld zu sehr vernachlässigt und dass man da auch eine gute Balance findet.

00:49:45: Das finde ich einfach wichtig für einen zufriedenstellenden Leben.

00:49:50: Also Geld und finanzielle Sicherheit, finanziellte Selbstbestimmung zählt ja zur Lebensqualität eindeutig dazu.

00:49:58: Ja,

00:49:58: das wende ich nochmal an schönen Gedanken!

00:50:02: auf jeden Fall.

00:50:03: Wenn die Finanzen geregelt sind und man sich abgesichert und vorgesorgt hat, sich und seine Lieben dann kann man sich öffnen für alle anderen Dingen, die einem Spaß machen, ob es jetzt Familienzeit ist oder andere individuelle Dinge.

00:50:21: von daher ist das eine ganz wichtige Basis, die viel andere Dinge ermöglicht.

00:50:27: Aber wir kommen immer weiter, weil wie du es auch gesagt hast um auch die Lieben abgesichert.

00:50:31: Weil da geht's ja auch darum ich möchte ja nicht mal ein Kind dann später auf der Tasche liegen wenn ich alt bin und vielleicht Hilfe brauche.

00:50:37: Ich hatte er eben.

00:50:38: Wir hatten dreizehn Jahre Pflegeverantwortung.

00:50:40: Ich weiß genau was das bedeutet Und auch wie hoch die Pflegeheimkosten sind.

00:50:45: und diese zweieinhalb tausend Euro Eigenanteil jeden Monat Die muss auch als manarender hergeben.

00:50:52: Ja Und das sind schon wirklich hohe Zahlen, die dann im Raum stehen.

00:50:57: Ja,

00:50:58: das stimmt!

00:51:01: Gut ich danke dir für dieses schöne Interview wo wir wirklich wie du was gesagt doch relativ breit gegangen sind und viele viele Themen adressieren konnten.

00:51:14: nochmal herzlichen Dank für die ganze Arbeit die Du in dein Buch gesteckt hast auf Kosten der Mieter.

00:51:21: warum sie finanzielle Selbstbestimmung für Frauen mit Familie so wichtig ist.

00:51:25: Weil ich glaube, es kann wirklich einen Unterschied machen wenn jemand das früh genug liest und dann vielleicht die eine oder andere Entscheidung etwas bewusster fällt.

00:51:35: Oftmals ist es ja schon das weil du sagst es auch irgendwo Rush Hour des Lebens Dann kommen viele anderen Dinge.

00:51:42: Das Leben kommt dazwischen Und deshalb macht

00:51:45: Sinn

00:51:46: dazwischen drin mal inne zu halten und zu schauen, ob die Struktur in der man sich bewegt.

00:51:52: Ob das so passt langfristig, mittel- und langfristige oder nicht?

00:51:56: Ja hast du schön gesagt!

00:51:57: Vielen vielen Dank für die Einladung.

00:51:59: es hat mir auch viel Spaß gemacht

00:52:01: Klasse ich danke dir.

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